Jerusalem

Gastkommentar: Das Heilige Land braucht Hilfe

In Zeiten des Coronvirus geht es im Heiligen Land um nichts Geringeres als die Frage, wie in diesem Jahr die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus liturgisch gefeiert werden kann.
Coronavirus: Gläubige sollen die Klagemauer nicht mehr küssen
Foto: Oded Balilty (AP) | Auch im Heiligen Land leidet man unter den Folgen von Corona: leere Gotteshäuser, geschlossene Schulen, Pilgerströme sind weggebrochen. Im Bild: Klagemauer und Felsendom in Jerusalem.

In Zeiten der Corona-Pandemie ins Heilige Land, also nach Israel, Palästina und Jordanien zu blicken, heißt, den allumfassenden Auswirkungen eines Virus direkt ins Auge zu sehen: Leere Gotteshäuser, geschlossene Schulen, dank aufopfernden Einsatzes im Betrieb gehaltene Altenheime. Pilgerströme sind weggebrochen. Soziale Aktivitäten der Menschen – unabhängig davon, ob gläubig oder nicht – sind unterbunden oder stark reglementiert.

Humanitäre Situation der Christen spitzt sich zu

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Übermäßig starkes Ansteigen von Infektionserkrankungen der in Rede stehenden Art bedingten in dieser Region angesichts allerorten anzutreffender unzureichender Grundausstattung wesentlich eher chaotische Zustände sowie Massensterben „Für meine Gemeindemitglieder ist es wichtig, mit mir im Kontakt zu stehen. Das Wissen, dass ich für sie da bin“, berichtet Abouna (Vater) Firas aus Aboud Connie Kimberger als Vorsitzende der Heilig-Land-Kommission der Dt. Statthalterei des Ritterordens am Telefon. „Wir können nicht alles komplett absagen“, äußert Erzbischof Pizzaballa.

Immerhin: Es geht um nichts Geringeres als die Frage, wie in diesem Jahr die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus liturgisch gefeiert werden kann. Ja, die humanitäre Situation der Christen spitzt sich besorgniserregend zu. Was tun in dieser Situation? Beten und spenden – spenden und beten! Sicher sind auch wir  betroffen durch ständig sich ändernde Faktenlagen. Aber: Gemessen am Leid und Elend andernorts – schon europäisch verglichen, erst recht bezogen auf das Heilige Land – geht es uns jedenfalls im Schnitt deutlich besser.

Mit gelebter Solidarität besteht Hoffnung

„Wer glaubt, ist nie allein.“ So heißt es in einem Lied aus dem Gotteslob. Daher: Beten wir - miteinander, füreinander und insbesondere: für die Christen im Heiligen Land. Und: Greifen wir in dieser so besonderen Situation tiefer als sonst schon in unsere Taschen!  Mittels so gelebter Solidarität besteht Hoffnung – für uns, für unsere Mitmenschen und insbesondere für unsere Glaubensgeschwister im Heiligen Land.

Der Autor ist Statthalter des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem in Deutschland

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