Religiös motivierte Gewalt

Brief an Blinken: Religionsfreiheit in Nigeria schützen

Die Menschenrechtsorganisation „ADF International“ fordert einen stärkeren Einsatz für die Opfer von religiös bedingter Gewalt in dem afrikanischen Land.
Christenverfolgung
Foto: Fr. Dr. Andrzej Halemba | Im Jahr 2021 wurden in Nigeria mehr Christen getötet als im Rest der Welt zusammen.

Menschenrechtsaktivisten dringen darauf, die Bedrohung der Religionsfreiheit in Nigeria stärker in den Blick zu nehmen. In einem Brief an den US-Außenminister Antony Blinken fordern die Unterzeichner, 68 internationale Gruppen und Experten, dass Nigeria wieder als „Country of Particular Concern (CPC)“, also als „besonders besorgniserregendes Land“, eingestuft wird.

14 Christen täglich ermordet

Jeden Tag werden in Nigeria etwa 14 Christen wegen ihres Glaubens ermordet. Im Jahr 2021 wurden in Nigeria mehr Christen getötet als im Rest der Welt zusammen; gleichzeitig wurde eine öffentliche Petition mit dem Titel „Say No More“ an den UN-Hochkommissar gestartet.

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Die jetzt von der christlichen Menschenrechtsorganisation „ADF International“ gestartete Initiative wird vom ehemaligen US-Botschafter für internationale Religionsfreiheit Samuel Brownback, der ehemaligen USCIRF-Vorsitzenden Katrina Lantos Swett, dem ehemaligen Kongressabgeordneten Frank Wolf, der den International Religious Freedom Act von 1998 eingebracht hat, und Lord David Alton aus dem Vereinigten Königreich unterstützt. 

Die Befürworter der Religionsfreiheit forderten Blinken außerdem auf, einen Sondergesandten in der Region zu ernennen, der die Situation der Religionsfreiheit untersuchen und in Absprache mit lokalen Experten Empfehlungen aussprechen soll.

Lautstark für die Opfer einsetzen

Sean Nelson, Rechtsberater für globale Religionsfreiheit bei ADF International, erklärte: „Die internationale Gemeinschaft für Religionsfreiheit ist sich einig, dass die Aufhebung des Status als besonders besorgniserregendes Land im Jahr 2021 ein schwerer Fehler war, und Minister Blinken sollte jetzt die Gelegenheit nutzen, diesen Fehler zu korrigieren. Zu viele Menschen sterben, zu viele Priester werden entführt, und die internationale Gemeinschaft sollte mit einer Stimme über diese Verletzungen der Religionsfreiheit ernsthaft sprechen. Wir müssen uns lautstark für alle Opfer in Nigeria einsetzen."  DT/cpe 

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