WIEN

Bischof Küng wirbt für „Revolution der Liebe“

Mehr als 2.000 Teilnehmer beim „Marsch fürs Leben“ am Samstag in Wien. Gegendemonstranten mit blasphemischen Parolen. Mit Bildergalerie.

Marsch für das Leben 2020 in Wien
Marsch für das Leben 2020 in Wien Foto: Florian Feuchtner

Ein fröhliches und starkes Zeichen für das Leben setzten trotz strenger Corona-Auflagen mehr als 2.000 Teilnehmer beim österreichischen „Marsch fürs Leben“ am Samstag in Wien. Darunter waren auffallend viele Jugendliche und junge Familien mit Kindern. Begleitet von mehreren hundert großteils vermummten, lautstarken Gegendemonstranten und geschützt von größeren Polizeieinheiten zogen die Pro-Life-Demonstranten rund drei Stunden durch die Wiener Innenstadt. Die Gegendemonstranten trugen Transparente mit Parolen wie „Hätt‘ Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben“ und skandierten „Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat“ oder „Abtreibung ist Menschenrecht“.

Ihr wollt leben

Sprecher des Marsches erinnerten an die 30.000 bis 40.000 Kinder, die in Österreich Jahr für Jahr abgetrieben werden. Angesichts der aktuellen Verhandlungen des österreichischen Verfassungsgerichtshofs über das geltende Verbot der „Tötung auf Verlangen“ und der „Mitwirkung am Selbstmord“ mahnten sie alle Lebensschützer zu erhöhter Wachsamkeit. „Auch ihr wollt am Ende eures Lebens leben und nicht getötet werden“, rief Alexander Tschugguel den Gegendemonstranten zu, die die Lebensschützer mit ihren Parolen zu übertönen versuchten.

 Echte Liebe ist der beste Schutz des Lebens

 Vor der Kundgebung auf dem Wiener Karlsplatz und dem Marsch durch die Innenstadt ermutigte Bischof Klaus Küng die Teilnehmer in der Heiligen Messe in der Karlskirche: „Die Agenda Lebensschutz scheint oberflächlich betrachtet wenig aussichtsreich, weil die Erosion der Werte, die für die Entstehung eines vereinten Europas grundlegend waren, von Jahr zu Jahr fortschreitet.“ Begonnen habe es mit der Liberalisierung der Abtreibung und der Einführung der künstlichen Befruchtung, jetzt gehe es um die Euthanasie. Mahnend sagte der Altbischof von St. Pölten: „Es gibt keinen Grund, bezüglich Tötung auf Verlangen und Beihilfe zum Suizid die bestehende Gesetzeslage zu verändern.“

 

 

 Pro Family

„Jede echte Pro-Life-Bewegung ist zugleich eine Bewegung pro family“, sagte Küng, der in der Österreichischen Bischofskonferenz jahrzehntelang für Ehe, Familie und Lebensschutz zuständig war. „Echte Liebe ist der beste Schutz des Lebens sowohl an seinem Beginn als auch an seinem Ende und in allen schwierigen Situationen.“ Es gebe einen inneren Bezug zwischen Leben und Liebe. „Jeder Mensch ist zur Liebe berufen, die die Erfüllung des Lebens ausmacht“, so Bischof Küng. Vor dem Schlußsegen warb der Bischof für eine „Revolution der Liebe“. Bei der Kundgebung auf dem Karlsplatz meinte er, wer für das Leben und die Liebe eintritt, sei auf einem sicheren Weg und werde nie ohne Erfolg sein.

 Neben Bischof Klaus Küng und dem Wiener Weihbischof Stephan Turnovszky nahmen auch die Nationalratsabgeordnete Gudrun Kugler sowie die neuen Wiener Gemeinderäte Jan Ledóchowski und Suha Dejmek (alle ÖVP) am „Marsch fürs Leben“ teil. DT/sba

 

 

 

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