Bischöfe: "Grenze Europas darf keine Grenze des Todes sein"

Die katholischen deutschen Bischöfe zeigen sich angesichts der Situation auf dem Mittelmeer alarmiert.
Rettungsschiff "Lifeline"
Foto: Felix Weiss (Mission Lifeline/AP) | Gerettete Flüchtlinge sitzen an Bord der «Lifeline». Die «Lifeline» - ein Schiff der Dresdner Hilfsorganisation Mission Lifeline - hatte am Donnerstag die Flüchtlinge gerettet.

Derzeit würden politische Interessen "auf Kosten von Menschenleben verfolgt", erklärten sie am Dienstag in Berlin. "Die Grenze Europas darf keine Grenze des Todes sein", so die Mahnung des Ständigen Rates der Deutschen Bischofskonferenz.

Europäische Regierungen wollten Seenotretter entmutigen, obwohl die Pflicht zur Rettung von Menschen in Seenot im Völkerrecht verankert sei, kritisieren die Bischöfe. "Entweder der Staat nimmt sich dieser Aufgabe selbst an oder er muss nichtstaatliche Organisationen handeln lassen und sie unterstützen. Wer beide Wege blockiert, nimmt Leiden und Tod von Flüchtlingen sehenden Auges in Kauf." Die Kirche widerspreche dem Trend, so zu handeln, "mit Nachdruck".

Notwendig seien gemeinsame Antworten im Geiste europäischer Solidarität, so die Bischöfe: "Anstelle nationalstaatlicher Egoismen braucht Europa eine faire Verantwortungsteilung, bei der jeder Staat seinen angemessenen Beitrag leistet."

Vor zehn Tagen war das Rettungsschiff "Aquarius" mit 106 Flüchtlingen an Bord nach tagelanger Odyssee in Spanien eingetroffen, nachdem Italien und Malta keine Anlegeerlaubnis erteilt hatten. Nun liegt die von einer deutschen Nichtregierungsorganisation gecharterte "Lifeline" seit fünf Tagen mit rund 230 Flüchtlingen vor Malta. Erneut verweigern Malta und Italien dem Schiff die Einfahrt in einen Hafen.

KNA / DT (jbj)

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01.09.2021, 17  Uhr
Sebastian Sasse
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