ZdK: Familiendebatte und Frauenweihe

Münster (DT/KNA) Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) fordert eine sensible Debatte über die Homo-„Ehe“. „Jeder Art von Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften muss entschieden widersprochen werden“, sagte Präsident Alois Glück zu Beginn der ZdK-Frühjahrsvollversammlung am Freitag in Münster. Umgekehrt stelle es keine Diskriminierung oder Homophobie dar, wenn sich jemand gegen eine komplette rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare mit Ehe und Familie ausspreche. Nach den Worten Glücks gibt es einen bleibenden Unterschied zwischen gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften und den Verbindungen von Frau und Mann, „da diese potenziell auf Nachkommen und damit auf Generativität“ angelegt seien. Laut Glück verdient es aber „Respekt und Anerkennung“, wenn Homosexuelle verbindlich Verantwortung füreinander übernehmen. Glück forderte eine Grundsatzdebatte über die Familienpolitik. „Kosten-Nutzen-Kalkulationen“, die nach der Zahl von Kindern, berufstätigen Müttern oder Kita-Plätzen fragten, seien erschreckend. Glück wandte gegen eine neue aggressive Religionsfeindlichkeit. Bedenklich sei, wenn nun kirchliche Einrichtungen, Kirchensteuer, kirchliches Arbeitsrecht und Religionsunterricht zunehmend hinterfragt würden. Glück bekräftigte seine Kritik am Gesetzentwurf der Bundesregierung, nur die gewerbsmäßige Beihilfe zur Sterbehilfe unter Strafe stellen zu wollen. Dies biete Schlupflöcher für jene Organisationen, die heute Suizidhilfe anbieten. In einem von den Delegierten verabschiedeten Papier fordert das Laienkomitee mehr Beteiligung der Bürger an politischen Entscheidungen. Auch besteht das ZdK besteht darauf, Frauen in der Kirche Zugang zu den kirchlichen Ämtern zu eröffnen. Dies sei „ein ganz wesentlicher Maßstab für das öffentliche Bild unserer Kirche“, sagte Glück, der im November erneut für den ZdK-Vorsitz kandidiert. „Es ist in der Welt von heute absolut begründungspflichtig, wenn in einer Organisation Frauen und Männer nicht gleichberechtigt an allen Diensten und Ämtern teilhaben können“, so Glück, Münsters Bischof Felix Genn betonte zu Beginn der Versammlung, dass die Kirche einen Auftrag in der Welt wahrzunehmen habe. Er erinnerte an die Aussage von Papst Franziskus, dass die Kirche sich nicht nur um sich selbst drehen dürfe.

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