Wirbel um EKD-Papier

Berlin (DT/KNA) Ein verzögert bekannt gewordenes EKD-Papier zur Lage der katholischen Kirche sorgt in katholischen und evangelischen Kreisen gleichermaßen für Unruhe. Nachdem zunächst die Katholische Nachrichten-Agentur in ihrem Ökumenischen Fachdienst „ÖKI“ am 1. September darüber berichtet hatte, wurden nun weitere Details in der Berliner „taz“ sowie in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ veröffentlicht. Nun wird unter anderem darüber spekuliert, wer das Papier des EKD-Kirchenamts-Funktionärs Thies Gundlach den Medien zugespielt hat und mit welcher Absicht dies getan wurde. In dem Papier – einer Vorlage für die Kirchenkonferenz der EKD zu deren Sitzung am 2. Juli – wird die Lage der katholischen Kirche in Deutschland unter Benedikt XVI. in vergleichsweise düsteren Farben beschrieben. Zugleich reklamiert es eine intellektuelle Meinungsführerschaft für die evangelische Kirche.

Offizielle Stellen wie die Deutsche Bischofskonferenz in Bonn und das EKD-Kirchenamt in Hannover erinnern daran, dass es sich um ein internes Diskussionspapier ohne offiziellen Wert handele. Doch der Text – und die Umstände seiner Veröffentlichung – sagen einiges über den Zustand der Ökumene in Deutschland. Neben der offiziellen Ebene der Festreden und gemeinsamen Erklärungen beider Kirchen hat sich offenbar im Zeitalter der „Ökumene der Profile“ ein Stil des Redens „hinter vorgehaltener Hand“ über den jeweils anderen herausgebildet.

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