Köln

"Wer NRW regieren kann, der kann auch Bundeskanzler werden“

Warum NRW-Ministerpräsident Armin Laschet vielleicht „zu nett“ für das Amt des CDU-Vorsitzenden ist und ob er sich für eine christlich-demokratische Politik in Deutschland einsetzen wird, erklärt Laschet-Biograph Tobias Blasius im Interview mit der Tagespost.
Armin Laschet
Foto: Roland Weihrauch (dpa) | NRW-Ministerpräsident Armin Laschet: "Wer dieses Land regieren kann, der kann in der Tat auch Bundeskanzler werden", meint Laschet Biograf Tobias Blasius.

Der Laschet-Biograf Tobias Blasius traut dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten das Amt des Bundeskanzlers zu. Nordrhein-Westfalen mit seinen rund 18 Millionen Einwohnern wäre, auch wenn es nicht zur Bundesrepublik gehören würde, innerhalb der EU ein bedeutendes Land, so Blasius im Gespräch mit der Tagespost. „Wer dieses Land regieren kann, der kann in der Tat auch Bundeskanzler werden.“

Zu wenig Charisma

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„Auffällig“ am Ministerpräsidenten von NRW sei, dass er in der Politik keine Feinde habe. „Ob politische Gegner, Parteifreunde oder Mitarbeiter: Von allen wird er als integrer, netter Kerl beschrieben. Die Kehrseite davon ist, dass viele sagen: Der ist zu liberal, zu nett.“

Da Laschet einige Jahre Mitglied des Europaparlamentes war, sei „die Vorstellung vom vereinten Europa für ihn selbstverständlich und nicht verhandelbar.“ Das habe sich auch in den letzten Jahren in der Flüchtlingskrise gezeigt: „Er gehörte zu denen, die 2015 nationale Egoismen kritisiert und eine Lösung im europäischen Kontext gefordert haben.“

Zu Besuch beim Papst

Vor kurzem war Laschet zum dritten Mal bei Papst Franziskus. Das bedeute aber nicht, dass er eine Vision für eine christlich-demokratische Politik habe, hebt Blasius hervor. „Er konzentriert sich darauf, die Position der CDU als stabile und breite Volkspartei zu sichern. ,Ich bin vielleicht Durchschnitt, aber ich kann den Laden zusammenhalten', ist seine Devise.“ DT/vwe

Was Armin Laschet und Helmut Kohl verbindet und warum der Ministerpräsident von NRW heute nicht mehr sagen würde, dass konservativ nicht der „Markenkern der CDU“ ist, erfahren Sie in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

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