Wer erwischt wen?

Wer erwischt wen? Dieses Spiel spielen zurzeit SPD und Linkspartei. Jeder der beiden meint, er könne den anderen wechselweise übervorteilen oder einlullen – und zwar so, dass der jeweils andere meint, Sieger zu sein.

Im Saarland will der frühere SPD-Chef und heutige Boss der Linksgenossen nicht nur der CDU, sondern auch der SPD die Macht aus der Hand schlagen. Schließlich durfte er hier lange Jahre als Ministerpräsident den Napoleon von der Saar geben. Was der dortige SPD-Chef Heiko Maas weiß und ihn zu dem grenzenlosen Optimismus verführt, mit Oskar Lafontaine als Juniorpartner in den Wahlkampf ziehen zu können. Oskar Lafontaine glaubt das auch. Nur mit dem klitzekleinen Unterschied: Er sieht sich als künftigen Regierungschef in Saarbrücken und Heiko Maas als Adlaten. Wer erwischt wen?

Das Spiel wird längst auch in Hessen gespielt. Andrea Ypsilanti meint die Linkspartei erwischt zu haben, wenn sie glaubt, sie werde von dieser geduldet, nur weil damit endlich der politisch verhasste CDU-Ministerpräsident Roland Koch von seinen Geschäften entbunden werden kann. Ypsilanti scheint zu glauben, sie habe die Linkspartei ausreichend mit der Aussicht geködert, im Westen nicht mehr das politische Schmuddelkind sein zu müssen, wenn sie eine SPD-Minderheitsregierung toleriert – ohne damit aber als SPD die Linkspartei gleich ministrabel machen zu müssen, womit die offene Flanke an der bürgerlichen Front geschlossen bliebe. Doch auch hier will die Linkspartei den Strich durch die Rechnung wieder etwas weiter links setzen: Dietmar Bartsch, Bundesgeschäftsführer der Linkspartei, hat jetzt angekündigt, dass die Linken nicht allein dulden, sondern regieren wollen. Er will eine echte SPD/Grüne/Linkspartei-Koalition. Wer erwischt hier bloß wen? sei

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