Weltweiten Einsatz für Kinder verstärken

Internationaler Tag der Kinderrechte: Unionsfraktion erinnert an Opfer von kriegerischen Konflikten, Ausbeutung und Gewalt

Berlin (DT/pm) Aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der UN-Kinderrechtskonvention hat die Unionsfraktion im Deutschen Bundestag an die Schicksale zahlreicher Kinder und Jugendlichen in den Krisengebieten der Welt erinnert. Die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Menschenrechte und humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erika Steinbach, sagte am Mittwoch: „Ein Vierteljahrhundert nach der Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention müssen Regierungen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft ihr Engagement weiter verstärken, um die Rechte eines jeden Kindes auf Überleben, Entwicklung, Schutz und Beteiligung weltweit durchzusetzen. Schwere Kinderrechtsverletzungen wie Kinderarbeit, sexuelle Ausbeutung und Diskriminierung dürfen nicht hingenommen werden.“

Für Steinbach stehen die über 200 entführten, überwiegend christlichen Schülerinnen in Nigeria, die sich noch immer in der Gewalt der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram befinden, „symbolisch für all jene Kinder, die in Afrika und dem Nahen Osten Opfer religiös oder ethnisch motivierter Gewalt werden“. Die CDU-Politikerin mahnte dazu, auch die Schicksale der im Irak durch das Terrornetzwerk „Islamischer Staat“ (IS) versklavten jungen jesidischen Mädchen oder die in Syrien und dem Irak von verschiedenen Kriegsparteien rekrutierten Kindersoldaten zu erinnern. Weiter sagte Steinbach: „Der Anteil der minderjährigen Opfer von Menschenhandel ist deutlich gestiegen. In einigen Regionen der Welt betreffen mehr als 60 Prozent der aufgedeckten Fälle von Menschenhandel Kinder und Jugendliche. Mädchen sind besonders gefährdet. Obwohl das Bewusstsein für schwere Kinderrechtsverletzungen weltweit gestiegen ist, arbeiten laut UNICEF-Report 2014 weiter rund 168 Millionen Mädchen und Jungen unter ausbeuterischen Bedingungen – fast die Hälfte von ihnen ist noch im Grundschulalter. Mehr als elf Millionen Mädchen sind in privaten Haushalten beschäftigt, oft rund um die Uhr und ohne jeden Schutz vor Übergriffen.“

Der Deutsche Caritasverband forderte aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der UN-Kinderrechtskonvention mehr Rechte für minderjährige Flüchtlinge. „Kinder, die ohne ihre Eltern nach Deutschland geflohen sind, müssen wir besonders unterstützen“, sagt Caritas-Präsident Peter Neher am Mittwoch in Berlin. Die auch von Deutschland unterzeichnete Konvention gibt vor, dass das Wohl des Kindes bei allen gesetzlichen Entscheidungen, die sein Leben betreffen, Priorität hat. „Jedes Kind hat Anspruch auf Schutz, Fürsorge und Förderung“, so Neher. Vor allem mit Blick auf unbegleitete minderjährige Flüchtlinge werde deutlich, dass es der deutschen Gesetzgebung und den Behörden bisher nicht gelungen sei, dies uneingeschränkt umzusetzen. „Schutzbedürftige Kinder, die in ihrem Heimatland und auf der Flucht oftmals Gewalt oder Verfolgung erlebt haben und davon traumatisiert sind, haben nicht in jeder Region die notwendige therapeutische Unterstützung. Hier brauchen wir dringend einheitliche und hohe Standards in allen Bundesländern“, forderte Neher.

Äußerst kritisch bewertet der Caritasverband eine Gesetzesinitiative des Freistaates Bayern, wonach unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nach ihrer Ankunft mithilfe von Quoten über ganz Deutschland verteilt werden sollen. „Bei solch einem Verfahren steht das Kindeswohl nicht im Mittelpunkt“, kritisiert Neher. „Um Kommunen, die derzeit eine große Zahl von Flüchtlingen aufnehmen, zu entlasten, sollte eher daran gedacht werden, an Stelle der Kinder die Kosten fair zu verteilen.“ – Der Internationale Tag der Kinderrechte am heutigen Donnerstag erinnert an die Verabschiedung der Kinderrechtskonvention durch die UN-Generalversammlung vor 25 Jahren.

Themen & Autoren

Kirche