Weltjugendtag: Bischöfe halten Katechesen

Papst bricht nach Sydney auf – Heute erste Begegnung mit den Jugendlichen – Großes Echo im Irak: Glaubenszeugnis und Gebete

Sydney (DT/KNA/kath.net) Nach dem großen Eröffnungsgottesdienst des Weltjugendtags (WJT) und einem anschließenden Popkonzert am Dienstagabend stand in Sydney am Mittwochvormittag die Vertiefung des Glaubens im Vordergrund. An mehr als 300 Orten im Großraum Sydney versammelten sich die rund 200 000 Pilger zu Katechesen. Die kirchlichen Lehrveranstaltungen, die von den mitgereisten Bischöfen geleitet wurden, sind ein zentraler Bestandteil des alle drei Jahre stattfindenden katholischen Jugendtreffens. Die etwa 6 000 Jugendlichen aus Deutschland versammelten sich in insgesamt 14 Pfarreien, um in Glaubensgesprächen und Gottesdiensten das Motto des Weltjugendtages zu vertiefen. Es lautet: „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein.“

In seiner Katechese mit 400 Jugendlichen aus dem Bistum Osnabrück betonte der Vorsitzende der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Franz-Josef Bode: „Der Heilige Geist ist ein Geschenk Gottes, das wir aber selbst auspacken müssen.“ Er machte kein Hehl daraus, dass das Konzept des Heiligen Geistes für viele Jugendliche abstrakt sei und die Suche danach „nicht immer leicht und schön“. Zu den 15 aus Deutschland mitgereisten Bischöfen gehören auch der Kölner Kardinal Joachim Meisner, Erzbischof Reinhard Marx von München und Freising, der Augsburger Bischof Walter Mixa, Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst aus Limburg sowie der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann. Der Münsteraner Weihbischof Franz-Josef Overbeck hielt am Mittwoch in Sydney eine Katechese für 500 junge Katholiken aus Nordrhein-Westfalen. Er rief sie zu einer positiven Lebenseinstellung auf. Deutsche sähen häufig nur das Negative im Leben, so Overbeck bei der Glaubensveranstaltung in der überfüllten Holy Innocents Church in Croydon. Stattdessen sollten Menschen die Wirklichkeit „mit positiven Augen, den Augen Jesu“ sehen. Die Jugendlichen sprachen danach über persönliche Erfahrungen mit dem Glauben. Unterdessen hat Papst Benedikt XVI. am Mittwochnachmittag (Ortszeit) sein australisches Urlaubsquartier verlassen und sich nach Sydney begeben. Seit Sonntag hatte er sich in einem katholischen Zentrum von den Strapazen des 20-stündigen Flugs erholt. Die erste Begegnung mit den Teilnehmern des Jugendtreffens ist für Donnerstagnachmittag im Hafen von Sydney vorgesehen. Höhepunkte der neunten Auslandsreise von Benedikt XVI. sind am Wochenende eine Gebetswache und die große Schlussmesse, zu der rund eine halbe Million Menschen erwartet werden.

Nach der Abwicklung der Visumsforma-litäten für die Ausreise können nun auch jugendliche Pilger aus dem Irak nach Sydney reisen. Wie der chaldäische Priester Rayan Atto aus Erbil mitteilte, reisen 27 Jugendliche (vorwiegend aus Erbil) über Dubai nach Sydney. Ratto, der die Jugendlichen nach Australien begleitet, dankte in einem Artikel, den der Informationsdienst „Bagdadhope“ veröffentlichte, „allen, die zur Verwirklichung dieses Traums beigetragen haben“. Und er bekräftigt: „Wir freuen uns sehr. Wir möchten vor dem Heiligen Vater, aber auch vor der ganzen Welt, unseren Glauben bezeugen, ein Jahrtausende altes Erbe, das in unseren Herzen immer noch lebendig ist“. Der Weltjugendtag stößt im Irak auf großes Echo. Nach Angaben der Ortskirche wird in der Heimat intensiv gebetet, um dadurch auch die Gemeinschaft mit dem Papst und mit den teilnehmenden Jugendlichen zu spüren.

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