Was andere Zeitungen schreiben: Vorbild der Versöhnung: Töten als Mitleid umdefiniert: Unser eigenes Porträt: Eine bevorstehende Perestroika

In Paris erinnert “La Croix” an den

60. Todestag von Abbé Franz Stock:

Im Zweiten Weltkrieg leistete der deutsche Priester Franz Stock verletzten Widerstandskämpfern in Pariser Gefängnissen geistlichen und moralischen Beistand. Viele bezeugten, dass er Gefahren nicht scheute, um Gefangenen oder ihren Familien Nachrichten zu übermitteln. Neben Robert Schuman und Jean Monnet war auch Abbé Stock ein Pionier des europäischen Aufbaus. Er „wählte im Krieg den Frieden und war ein Vorbild der Offenheit gegenüber anderen und der Versöhnung unter den Völkern“.

Der „Hastings Center Report“, dem Bioethiker Wesley Smith zufolge die renommierteste Zeitschrift für Bioethik, verteidigte kürzlich das Groninger Protokoll [das die Euthanasie von Kindern ermöglicht] als ethisch einwandfrei ... Smith schreibt: „Noch vor wenigen Jahren waren sich so gut wie alle einig, dass Kindstötung in sich und von Natur aus falsch ist, aber jetzt nicht mehr. Die Persontheorie und die Ethik der ,Lebensqualität‘ breitet sich zunehmend unter Ärzten und Bioethikern aus, und so bewegen wir uns auf ein System zu, in dem Babys wie Hunde eingeschläfert werden und Töten als Mitleid umdefiniert wird. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden deutsche Ärzte für dieselben Taten erhängt, die der renommierte ,Hastings Center Report‘ unterstützt ...“.

Wir müssen Wirtschaft, Politik, Forschung und viele andere Dinge wieder in Schwung bringen – in uns bewegt sich nichts. Wir gehen zum Brunnen und wieder zurück, wie die Samariterin. Vielleicht haben wir den Weg zum Brunnen oft gewechselt – um zu sehen, was geschieht, haben mehrmals auch die Begleitung gewechselt – um der Neuerung willen. Ist nicht das Neue die Triebfeder des Fortschritts? Im Schutz des Vakuums harren wir der Begegnung mit dem Neuen, in einer Zivilisation, die als „Trinkwasser“ etikettiert ist. Dennoch würden Millionen von uns zustimmen, dass unser Gehen „zum Brunnen und zurück“ ein „monotones und resigniertes Dahinleben“ ist. Das Bild der Pendlerin aus Samarien, das Benedikt XVI. uns am letzten Sonntag beim Angelus gezeigt hat, ist unser eigenes Porträt.

Die Zahl der Katholiken in Kuba wächst. Gleichzeitig sagt die Vereinigung „Kirche in Not“, dass der Verzicht Fidel Castros auf die Präsidentschaft in Kuba eine „große Chance“ für die Kirche ist. Sie ruft daher die Katholiken auf, das kubanische Volk solidarisch im Gebet zu begleiten. Auch die Ansprachen von Kardinal Bertone und Papst Benedikt XVI. an die Bischöfe von Kuba halten zu Evangelisierungsbemühungen an, zur Unterstützung einer unmittelbar bevorstehenden Perestroika.

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