Was andere Zeitungen schreiben: US-Regierung und Kuba: Vorbild für Obama: Italiens Einheit in Gefahr?: Hoffnungsträger für Immigranten

„Palabra Nueva“, die Monatsschrift der kubanischen Bischöfe, setzt Hoffnung in die neue Regierung der Vereinigten Staaten:

Viele Kubaner erwarten eine Änderung der Politik in den Vereinigten Staaten: Das würde auch die Beziehungen zu Kuba verändern. Kuba wird nicht sofort zum beherrschenden Thema werden. Aber Kuba darf nicht außer Acht gelassen werden: Es ist zu nah, zu aktiv, zu einflussreich auf internationaler und regionaler Ebene und in den Vereinigten Staaten. Es stellt eine zu große Herausforderung dar. Vielleicht hat es sogar zuviel ungefördertes Erdöl.

Wird Obama in die Fußstapfen derer treten, die im letzten Jahrhundert ganze Nationen in Schutt und Asche legten? Er sollte sich lieber eine andere Gestalt des 20. Jahrhunderts zum Vorbild nehmen: Johannes Paul II. Seine stichhaltige Argumentation machte ihn zu einem moralischen Führer fast jeder Nation und religiöser Tradition. Die unbegrenzte Würde der ganzen menschlichen Person hatte für ihn höchste Priorität. Wir werden unsere Probleme nie lösen, solange wir nicht verstehen, wer wir sind – und dass ein Kind viel mehr wert ist als eine Bank.

Die Konflikte mit dem Staatsoberhaupt erklären sich durch das schwierige Verhältnis zwischen den gegenwärtigen Machthabern und der Verfassung. Diese wurde von einer Generation von Politikern erarbeitet, die es heute nicht mehr gibt. Die großen politischen Strömungen der Nachkriegszeit – die liberale, die sozialistische und die katholische, alle drei vom Antifaschismus geprägt – sind fast verschwunden, jedenfalls existiert keine der Parteien mehr, die sie vertraten. Dafür sind politische Kräfte an der Regierung, die Splitter der Vergangenheit enthalten (Ex-Christdemokraten, Ex-Kommunisten, Ex-Sozialisten, Ex-Liberale, Ex-Republikaner, Ex-Radikale), die vereint sind durch die Treue zu einer Führungspersönlichkeit und verbündet mit den ideologischen Erben des Faschismus und der Lega Nord, die das Ende der konstitutionellen Einheit Italiens anstrebt.

Die Regulierung der Immigration muss unter Achtung der Würde und der Gerechtigkeit geschehen, ohne Ängste zu schüren. Die Krise betrifft auch den Süden; die Gelder, die die Immigranten nach Hause schicken, sind ein nicht unerheblicher Teil ihrer Wirtschaft. Das Versiegen dieses Geldstroms würde sie noch stärker destabilisieren. Obgleich er geschwächt ist, erscheint der Westen immer noch als Hoffnung auf ein besseres Leben – vielleicht sogar mehr denn je.

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