Was andere Zeitungen schreiben: Im Dienst der Versöhnung: Konflikt in Korea: Wahlen auf demokratischer Basis: Hoffnung auf Gerechtigkeit

Zum Auftakt des Prozesses gegen die Roten Khmer in Phnom Penh schreibt die Pariser Tageszeitung „La Croix“:

Was erwarten die Familien der Opfer? Entschädigungen auch ohne individuelle Wiedergutmachungen? Vor allem erwarten sie Antworten auf ihre Fragen. Ruanda, Ex-Jugoslawien, Kambodscha – die Justiz kann nicht alle Wunden heilen, nicht alle Schuldigen finden, die Toten nicht zum Leben erwecken und ihren Familien keinen Frieden schenken. Sie lässt jedoch die Menschen zu Wort kommen, gibt Zeugnis, lässt die Opfer aus dem Schatten hervortreten, verhindert, dass über das Böse der Schleier des Vergessens gebreitet wird. Sie bereitet auf die Zukunft vor. Erst dann kann man die Versöhnung ins Auge fassen.

Was würde Kardinal Kim dazu sagen, dass die innerkoreanischen Beziehungen sich zunehmend auf einen militärischen Zusammenstoß hin bewegen? Präsident Lee Myung-bak bekundete seine tiefe Anteilnahme am Tod des verehrten Kardinals und bezeichnete ihn zu Recht als einen „großen Verlust“ für unsere Gesellschaft. Der beste Weg, den Willen des verstorbenen Kirchenführers zu respektieren, ist die Schaffung einer Gesellschaft, die nicht die harten, mühsamen Kämpfe verlangt, die er für sein Land führen musste. Präsident Lee ist sicher am ehesten dazu in der Lage.

In einer Demokratie ist Politik Wettbewerb, Konkurrenz, Gegnerschaft und Kräftemessen. Daher artet sie in Ländern, in denen der Staat noch nicht konsolidiert ist, leicht in Gewalt aus – Madagaskar ist ein trauriges Beispiel dafür, ebenso wie vorher Kenia und viele andere Länder. Der Kongo muss jetzt seine demokratische Reife unter Beweis stellen, um zu zeigen, dass er aus seiner blutigen Vergangenheit gelernt hat. Haben die Parteien versagt, weil die Verantwortlichen die Bürger auf ethnischer Basis mobilisieren? Um Frieden und nationalen Zusammenhalt zu wahren, muss die öffentliche Hand diesem Phänomen ein Ende setzen und die Bürger aufrufen, ihre Kandidaten durch Verbände oder Parteien zu unterstützen und sich nicht in Gebietskörperschaften zu organisieren. In Zeiten der Präsidentschaftswahlen ist es besser, unsere kulturellen Wurzeln außer Acht zu lassen.

Am ersten Welttag der Sozialen Gerechtigkeit können wir zwei Dinge erhoffen: erstens, dass die Industrienationen in der gegenwärtigen Krise daran denken, dass sie noch immer mehr besitzen als der Rest der Welt, und zweitens, dass die Menschen überall erkennen, dass sie zur Entwicklung und zum Frieden in der Welt beitragen müssen.

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