Was andere Zeitungen schreiben: Eine Schande: Olympia und Chinas eigentliche Ziele: Obama und die Grenze des Lebensrechts: Das Kreuz gegen den Radikalismus in Indien: Wahrheit oder Ideologie in der Geschichtsschreibung?

Die katholische Wochenzeitung „Echo Magazine“ in Genf zieht ein Resümee aus den Olympischen Spielen:

Die kommunistische Partei Chinas ist die große Siegerin auf sportlicher und medialer Ebene. Es lebe die Partei, die dem Volk so viele Medaillen schenkt! Die Antwort des Dalai Lama: Am 18. August schoss die chinesische Armee in Tibet auf die Menge und tötete unbestätigten Meldungen zufolge 140 Menschen. Östlich von Peking zielte man nicht auf olympische Medaillen ab: Eine Schande, dass 21 000 ausländische Journalisten im Land waren und ihr Augenmerk nur auf den Sport richteten.

Erst sagte Obama, dass ungeborene Kinder kein Recht auf Leben haben; wenig später nahm er die „unbeabsichtigten“ Lebendgeburten bei Abtreibungen in seine Liste auf. Dann der Fall der im Wachkoma liegenden Amerikanerin Terri Schiavo: Als ein Gericht ihrem Ehemann erlaubte, sie im Krankenhaus verhungern zu lassen, versuchte der Senat, sie zu retten. Obama bezeichnete diesen Versuch als Fehler. Wenn man einmal sagt, dass ein Mensch kein Recht auf Leben hat, wo soll man dann die Grenze setzen?

Erzbischof Cheenath bezeichnet die Situation der Katholiken als „tragisch“. Die Kirche aber werde in Orissa das Licht zukünftiger Generationen sein. Die Angriffe würden einer radikalen Ideologie entspringen, die aus Indien einen Hindustaat machen wolle. Der radikale Slogan laute: Eine Nation, eine Kultur, eine Religion für Indien. Die radikale Philosophie wolle das Kreuz auslöschen, das aber so tief verwurzelt sei, dass das „Krebsgeschwür des Radikalismus“ nichts ausrichten werde.

Je nach den ideologischen Vorstellungen wird einfach eine Null an die Zahl der Opfer des Faschismus oder des Kommunismus angehängt. Die an sich schon enormen Zahlen der Opfer Stalins oder der furchtbaren Verbrechen Hitlers werden noch erhöht. Die Zahl der Kriegsopfer in Jugoslawien wird beliebig hoch angesetzt. Je nach politischer Einstellung des Berichterstatters wird die Zahl der Ermordeten erhöht oder gesenkt. Das Unerträgliche daran ist, dass einige sich zufrieden die Hände reiben, weil ihre Feinde ihnen mehr Gewalt angetan haben, als sie ihren Feinden – als ob dies die Dinge unter moralischen oder politischen Gesichtspunkten wesentlich ändern würde. Diese Einstellung giert geradezu danach, den Mechanismus des Hasses und der Gewalt wieder in Gang zu setzen.

Themen & Autoren

Kirche

Papst in der Slowakei
Bratislava
In das reale Leben eintauchen Premium Inhalt
Die Pastoral muss kreativ begleiten und motivieren. In der Slowakei will die Kirche dafür den richtigen Weg finden. Papst Franziskus ermutigte bei seinem Besuch dazu. Ein Gastkommentar.
18.09.2021, 19 Uhr
Thomas Schumann