Was andere Zeitungen schreiben: Besorgnis über Staatsstreich in Mauretanien: Intoleranz in einer globalisierten Welt: Beteiligung der Einwohner Pekings nicht erwünscht: Blick auf das Geheimnis eröffnet die wahre Freude

Im Kongo zeigt sich die katholische Zeitung „Semaine Africaine“ besorgt über den jüngsten Staatsstreich in Mauretanien:

Nein, es liegt kein Fluch auf Afrika. Es erlebt einen demokratischen Reifeprozess, der durch ganze Generationen hindurch zur Reife gelangen muss – vorausgesetzt, dass die internationale Gemeinschaft ihn unterstützt. Sie muss den Staatsstreich in Mauretanien verurteilen. Wenn man die Putschisten mit Samthandschuhen anfasst, dann schafft man Raum für ähnliche Abenteuer anderswo auf dem Kontinent. Demokratie entsteht nicht durch Kalaschnikows und Maschendraht. Sie ist die Macht des souveränen Volkes.

Die Kämpfe zwischen Russland und Georgien haben mit uns scheinbar wenig zu tun. Dennoch müssen sie uns betroffen machen und unsere Augen öffnen für eine Welt, in der es oft an Toleranz und Mäßigung fehlt. Das „globale Dorf“ ist schon lange in Sicht. Real wird es zum Beispiel darin, dass drei Medizinstudenten aus Trinidad und Tobago in Georgien inmitten dieses scheinbar so fernen Konflikts stehen. Intoleranz entsteht oft aus Unwissen. Heute, wo Informationen schnell von einem Ort zum anderen gelangen, ist es paradox, dass die Intoleranz immer noch so groß ist.

Vom Volk wird Gehorsam verlangt, Beteiligung ist nicht erwünscht. Die Einwohner von Peking erleiden und ertragen die Olympiade, aber nehmen nicht daran teil. Beweis sind die vielen leeren Plätze in den Stadien: Die Karten wurden den Sponsoren gegeben, die sich nicht einmal die Mühe gemacht haben, sie zu verteilen. Wichtig ist nur das Erscheinungsbild im Fernsehen. Beteiligung appelliert an die Verantwortung der Person. Davor haben die Machthaber Angst.

In unserer sentimentalen, dualistischen Gesellschaft meinen die meisten, dass Schmerz und Freude einander ausschließen. Sie glauben, dass die Freude nur den „Perfekten“ gehört – den Reichen, denen ohne Probleme, ohne Krampfadern, ohne Makel, ohne Sünden, ohne Schmerzen – ohne Leben. Künstliche Freude für künstliche Menschen. Ablenkung vom Leben geben sie als Freude aus: eine vergängliche, fade Droge. Der Papst fordert uns auf, den Blick zum Himmel zu erheben, zum Geheimnis, um eine Freude kennenzulernen, die nie vergeht, und das Leben als Reise zur vollkommenen Freude zu betrachten.

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