Was andere Zeitungen schreiben: Arbeiter im Weinberg des Herrn am Schnittpunkt der Zeiten: Bollwerk gegen den Islamismus: Wissenschaft braucht Werte: Jede Messe steht in der Tradition

Die katholische Tageszeitung „Avvenire“ (Mailand) feiert den 4. Jahrestag des Amtsantritts Papst Benedikts XVI.:

Am Schnittpunkt der Zeiten sind wir dankbar für diesen Mann namens Benedikt, der den Mut hat, freundlich und vernünftig zur Reflexion über das Geheimnis Gottes im menschlichen Leben einzuladen. Die philosophische und kulturelle Verwirrung über den Wert des Lebens heißt „Relativismus“: der Sumpf und das Trümmerfeld, in dem Benedikt – dem antiken Benedikt gleich – Arbeiter im Weinberg des Herrn ist. Nur die Anwesenheit der Kirche macht unsere Welt weniger hart. Der Aufruf, Gott als geheimnisvolle Wahrheit des Lebens zu betrachten, wirkt dem Vordringen des Sumpfes entgegen, im persönlichen wie im öffentlichen Leben.

Obama hat eine Idee integriert, die in seinem Land lange bekämpft wurde: Der moderate Islam ist Bollwerk gegen den radikalen Islam. Daher unterstützt er den Eintritt der Türkei in die Europäische Union. Einen Staat mit muslimischer Mehrheit in die Union aufzunehmen, ist ein wirksames Mittel gegen den Islamismus.

Das menschliche Leben ist ein andauernder Prozess, von der Empfängnis bis zum Tod. Nur jenen das Recht auf Leben zuzusprechen, die vierzehn Wochen fetaler Entwicklung hinter sich haben, ist nicht gerechtfertigt. Warum nicht acht oder sechzehn? Die Wissenschaft wird durch Werte untermauert: Achtung der Rechte aller, Gleichheit aller Menschen vom Beginn des Lebens an. Abtreibung beendet menschliches Leben, tötet den Fötus, zerstört die Verbindung zwischen dem Fötus und der Mutter. Viele messen diesem Lebensabschnitt keinen Wert zu und führen die Freiheit als Grund an, ihn zu beenden. Wir jedoch sagen, dass das menschliche Leben in allen Stadien verteidigt werden muss. Eine neutrale Haltung hat keine wissenschaftliche Grundlage.

Beide Formen der Messe müssen von allen geachtet werden. Jene, die die Alte Messe wollen, sollten entgegenkommend behandelt werden; in kleinen Pfarreien sind die Mittel jedoch beschränkt. Wir brauchen wieder angemessene liturgische Musik. Zuviel von dem, was heute gesungen wird, ist musikalisch und textlich unwürdig. Gregorianischer Gesang ist nicht so schwierig. Außerdem sollten wir die Terminologie des Papstes benutzen. Von der „traditionellen Messe“ zu sprechen, wie die „Latin Mass Society“ es tut, ist beleidigend. Wir alle stehen in der Tradition und feiern die Messe innerhalb der Tradition.

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