Was andere Zeitungen schreiben: Afrika mit den Augen der Kinder betrachten: Hunger ist der wahre Feind: Gesetz des Dschungels vermeiden: Kirche muss deutlicher werden

„America Magazine“, die Wochenschrift der amerikanischen Jesuiten, schreibt zur Lage in Afrika:

Zwei Geschichten weisen dem afrikanischen Kontinent den Weg in eine bessere Zukunft. Die Welt, besonders die afrikanischen Machthaber, sollte Afrika mit den Augen seiner Kinder betrachten, wie in den Geschichten des nigerianischen Jesuiten Uwem Akpan. Wir sollten auch an die Maßstäbe denken, die Nelson Mandela gesetzt hat. Mandelas Herrschaft in Südafrika ist ein leuchtendes Beispiel für das Gute, das eine Regierung erwirkt, die dient, vereint und dann zurücktritt. Dies zeigt, dass verantwortungsvolles Regieren in diesem Kontinent nötig und möglich ist.

Händlern und Touristen Aufnahme zu gewähren ist einfach; um großherzig gegenüber Armen und Geringen zu sein, muss man den engen Pfad der Barmherzigkeit einschlagen. Die Vorfälle um die Einwanderer, betreffen uns, aber dasselbe Klima der Intoleranz wird sich bald auf andere Großstädte ausweiten. Das Elend trennt die Menschen voneinander, die Angst um den Lebensraum zersprengt sie und verwandelt sie in Atome, die einander bekämpfen. Erst wenn man gemeinsam auf einer Ebene am selben Tisch sitzt, entdeckt man, dass der wahre Feind der Hunger ist, und nicht der Tischgenosse.

Für jene, die von der Rhetorik des Sozialismus geprägt sind, haben die Worte “Kapitalismus” und “Befreiung” einen schönen Klang. Der Kapitalismus ist jedoch nicht an sich gut, er braucht Gewalten, Gesetze, Mittel gegen die Ungleichheiten, die der Markt schafft. Ohne Machtausgleich und Rechtstaatlichkeit, ohne Zivilgesellschaft, Körperschaften, Vereinigungen, Kirchen und Nichtregierungsorganisationen, durch die der Mensch sich auf der Grundlage von Barmherzigkeit und Rechten entfalten kann, ist der Kapitalismus nichts weiter als das uralte „Gesetz des Dschungels“, das nur auf Geld gründet. Eben das muss das „chinesische Modell“ vermeiden.

Die Kirche muss die natürlichen Methoden zur Fruchtbarkeitsregulierung und ihre Erforschung deutlicher unterstützen. Verhütung ist nie eine gute Lösung: Die Kirche darf keine Angst haben, das zu sagen, denn seit Humanae vitae gibt es ein noch nicht überwundenes Trauma. In der gegenwärtigen Verwirrung in Fragen der Sexualität ist die Kirche aufgefordert, mit Mut und Einsicht die Wahrheit zu sagen.

Themen & Autoren

Kirche