Was andere Zeitungen schreibe: Rückzug aus Afghanistan ist Gefahr für Europa: Gesundheitsreform: Obama wirft den Fehdehandschuh: Menschenhandel in Südafrika unterbinden: Licht aus dem Osten für die Christen im Osten

Zum Staatsbegräbnis der italienischen Opfer eines Selbstmordanschlags in Afghanistan schreibt die Mailänder Tageszeitung „Corriere della sera“:

In den Jahren gleich nach dem 11. September 2001 war den Europäern der Grund für die militärische Anwesenheit in Afghanistan klar. Seit die Erinnerung an den 11. September verblasst ist und die Taliban erstarkt sind, ist in der Öffentlichkeit das Verständnis für die europäische Anwesenheit an diesem Schauplatz verloren gegangen. Es muss wieder deutlich gemacht werden, dass ein Sieg der Taliban in Kabul Pakistan destabilisieren und den islamischen Fundamentalismus überall zum Ausbruch kommen lassen würde – auch in Europa. Damit die Selbstmordattentäter nicht auch hier bei uns ans Werk gehen, sind wir in Afghanistan.

Es ist ein Unding, dass in den reichen Vereinigten Staaten, die 3 Billionen Dollar für einen selbst gewählten Krieg im Irak ausgeben, Millionen keine gute Gesundheitsfürsorge erhalten. Jedes Jahr sterben 18 000 Menschen durch mangelnde Gesundheitsfürsorge; unzählige Menschen sterben, weil profit-orientierte Unternehmen ihnen eine Behandlung verweigern. Der Präsident hat den Fehdehandschuh geworfen vor Angstmachern und Söldnern des Status quo.

Menschenhandel findet im Schatten der Gesellschaft statt. Im Verborgenen begehen Kriminelle ihre Schandtaten. Die Öffentlichkeit – besonders jene, die in Gefahr stehen, versklavt und misshandelt zu werden – muss über den Menschenhandel aufgeklärt werden. Dies sollte in Form gezielter Kampagnen geschehen; der Einzelne kann dazu beitragen, indem er sich über das Verbrechen informiert und es auf die nationale Agenda setzt.

Diese Synode wird eine nie gekannte Tragweite besitzen – nicht nur, weil sie die erste zu diesem Thema ist, sondern weil sich dadurch die Universalkirche dem Drama der Christen im Orient stellen muss. Die Sorge um eine Gruppe von Teilkirchen darf jedoch nicht nur an ihrem – realen und dringenden – Bedürfnis nach Hilfe aus der ganzen katholischen Welt festgemacht werden. Um im wirklich „katholisch“ zu sein, muss die ganze Kirche und jeder Christ sich erleuchten lassen von Christus, den Johannes Paul II. „das Licht aus dem Osten“ nannte – in all den ungeahnten Facetten, die die reiche orientalisch-christliche Tradition aufzeigt.

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