Wahl in Serbien: Brüssel erleichtert

Brüssel (DT/dpa) Der Chefdiplomat der Europäischen Union, Javier Solana, und Kommissionspräsident José Manuel Barroso haben die Wiederwahl der serbischen Präsidenten Boris Tadic begrüßt. „Das Ergebnis zeigt den Wunsch der Mehrheit der serbischen Bevölkerung, auf dem Weg nach Europa weiterzugehen. Und Europa ist sehr glücklich darüber“, sagte Solana. „Das war ein Sieg für die Demokratie in Serbien und für unsere gemeinsamen europäischen Werte“, erklärte Barroso. Die Europäische Union hatte Serbien in der vergangenen Woche ein „Zwischenabkommen“ zur Unterzeichnung an diesem Donnerstag angeboten. Darin werden Visafreiheit, Studentenaustausch und eine Freihandelszone versprochen. Ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA), das Beitrittsverhandlungen ermöglichen würde, liegt noch auf Eis, weil die Europäische Union die Verhaftung und Auslieferung des als Kriegsverbrecher gesuchten Ex-Generals Ratko Mladic an das Internationale Kriegsverbrechertribunal in Den Haag fordert.

„Wir sind bereit, gemeinsam hart daran zu arbeiten, dass Serbien so schnell und so eng wie möglich an Europa heranrückt“, sagte Solana. Zu einem möglichen Streit in der serbischen Regierungskoalition über den weiteren europapolitischen Kurs wollte er sich nicht äußern: „Wir müssen sehen, wie sich die Dinge entwickeln und welche Möglichkeiten es gibt. Die Serben müssen überlegen, wie es weitergeht.“ Barroso erklärte, die Europäische Union wolle „Serbiens Fortschritte auf dem Weg in die Europäische Union beschleunigen“. Er sei sicher, dass Serbien „eine konstruktive Rolle“ beim Bemühen um Stabilität in der Region spielen werde. Die slowenische Ratspräsidentschaft begrüßte Tadics Wiederwahl ebenfalls. Dies werde „Serbiens Fortschritte auf dem Weg zur EU beschleunigen“. Tadic hatte am Sonntag mit 50, 6 Prozent der Stimmen die Stichwahlen gegen den Ultranationalisten Tomislav Nikolic gewonnen. Diese waren nötig geworden, nachdem in der ersten Runde am 21. Januar keiner der Kandidaten eine absolute Mehrheit der Stimmen hatte erzielen können.

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