Rom

Vatikan bestätigt, Abkommen mit China verlängern zu wollen

Das Abkommen mit China sei Teil der Bemühungen, das Leben der katholischen Kirche in China zu normalisieren, so Vatikanstaatssekretär Pietro Parolin. Daher beabsichtige der Vatikan, den Deal zu verlängern.

Vatikanstaatssekretär Pietro Parolin
„Was China angeht, besteht unser gegenwärtiges Interesse darin, das Leben der Kirche so sehr wie möglich zu normalisieren und sicherzustellen, dass die Kirche ein normales Leben führen kann“, so Parolin. Foto: Alessandra Tarantino (AP)

Der Vatikan beabsichtigt offenbar, das vorläufige Abkommen mit China über Bischofsernennungen zu verlängern. Dies bestätigte Vatikanstaatssekretär Pietro Parolin italienischen Medienberichten zufolge am Montag bei einer Pressekonferenz mit dem italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte in Rom. Den Deal mit dem Regime in Peking nannte er einen Teil der Bemühungen, das Leben der katholischen Kirche in China zu „normalisieren“.

Auf geistliche Belange ausgerichtet

„Was China angeht, besteht unser gegenwärtiges Interesse darin, das Leben der Kirche so sehr wie möglich zu normalisieren und sicherzustellen, dass die Kirche ein normales Leben führen kann“, so Parolin. Dies bedeute auch, dass die Kirche in China Beziehungen zum Heiligen Stuhl und zum Papst unterhalte.

Parolin erklärte weiter, dass die Perspektive des Vatikan dabei auf geistliche Belange ausgerichtet sei. Alle Bemühungen sollten zudem vor dem Hintergrund friedlicher Koexistenz, dem Streben nach Frieden und einem Überwinden der Spannungen stattfinden. Die Frage, ob auch von Seiten Chinas dasselbe Interesse bestehe, beantwortete Parolin mit den Worten: „Ich denke und hoffe es.“ Die Ergebnisse des bald ablaufenden, zweijähriges vorläufigen Abkommens nannte der Vatikanstaatssekretär „nicht besonders aufregend“.

Chinas Interesse gilt als gesichert

Dass China das vorläufige Abkommen mit dem Vatikan fortführen möchte, gilt als gesichert. Erst in der vergangenen Woche hatte der Sprecher des Außenministeriums in Peking den Deal gegenüber Journalisten gelobt: „Dank der konzertierten Bemühungen beider Seiten konnte das Interimsabkommen über die Ernennung von Bischöfen zwischen China und dem Vatikan seit seiner Unterzeichnung vor rund zwei Jahren erfolgreich umgesetzt werden.“

Bereits im August hatte die chinesische Parteizeitung „Global Times“ berichtet, der Vatikan stehe mit der chinesischen Regierung in Verhandlungen über eine Verlängerung des Abkommens. Der umstrittene Deal war am 22. September 2018 unterzeichnet worden. Der genaue Inhalt ist zwar noch immer nicht öffentlich; es soll jedoch unter anderem das Recht des Papstes geregelt sein, chinesische Bischöfe zu ernennen.  DT/mlu

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