Vatikan begrüßt UN-Resolution

Vatikanstadt/Genf (DT/KNA/dpa) Der Vatikan hat sich zufrieden über die Schlusserklärung der UN-Antirassismuskonferenz geäußert. Das Dokument sei „nicht perfekt“, öffne aber den Weg für weitere Verhandlungen über einige Menschenrechtsthemen, die zum ersten Mal universal akzeptiert worden seien, sagte Erzbischof Silvano Tomasi am Dienstagabend in Radio Vatikan. Zugleich verlangte der Delegationsleiter des Heiligen Stuhls bei dem Treffen in Genf mit Blick auf zukünftige Beratungen den Verzicht auf „besondere Formeln von Vorurteilen“ gegenüber einzelnen Staaten sowie auf eine Diskriminierung von Religionen. Nur so ließen sich die Bedingungen für den Kampf gegen Rassismus verbessern. Die vorgezogene Abstimmung über das Schlussdokument habe „die Atmosphäre der Konferenz ein bisschen befreit“, sagte Tomasi. Die Teilnehmer hätten sich damit hinter den Text in seiner Substanz gestellt und ein Signal dafür gegeben, „andere Interpretationen oder andere politische Ereignisse fallenzulassen“. Die Abschlusserklärung war drei Tage vor Ende der Konferenz per Akklamation angenommen worden. Die einzelnen Beschlüsse sollen nun am Freitag nur noch einmal diskutiert, aber nicht mehr geändert werden. Am Mittwoch hatte die Konferenz ihre Arbeit fortgesetzt. Die überraschende Einigung am Dienstag wurde allgemein als positives Zeichen auch gegen die am Montag vom iranischen Präsidenten Ahmadinedschad an Israel gerichteten Rassismusvorwürfe bewertet. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte noch am Dienstag die Einigung, die im Konsens in Abwesenheit unter anderem der USA und Deutschlands erfolgte, begrüßt. Die internationale Gemeinschaft gebe damit Millionen Opfern von Diskriminierung und Intoleranz neue Hoffnung, teilte seine Sprecherin in New York mit. Derweil verteidigte Ahmadinedschad seine antiisraelische Rede und warf dem jüdischen Staat erneut vor, Verbrechen am palästinensischen Volk zu begehen. (siehe Seite 3.)

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