Washington

USA: Die Gefahren des „Equality Act“

Für den Fall seiner Wahl zum US-Präsidenten hat Joe Biden angekündigt, eine Gleichstellung von Homosexuellen und Transgender so schnell wie möglich Gesetz werden zu lassen. Welche Folgen hat das für Frauen, Eltern und Kinder.

Joe Biden und sein Einsatz für LGBT
Möchte nach eigener Aussage „die LGBTQ+-Gleichheit in Amerika und auf der ganzen Welt voranbringen“: der demokratische Kandidat für die US-Präsidentschaft Joe Biden. Foto: Michael Brochstein (ZUMA Wire)

Falls der Kandidat der Demokrat, Joe Biden, im November die Wahl gegen den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump gewinnt, hat er angekündigt, das sogenannte „Gleichstellungsgesetz“, den „Equality Act“, zu einer „Top-Priorität“ in den ersten 100 Tagen seiner Präsidentschaft zu machen. Das von der den Republikanern nahestehenden konservativen Denkfabrik „The Heritage Foundation“  veröffentlichte Online-Magazin The Daily Signal analysiert die Folgen des von Biden angekündigten ausführlichen Plans, mit dem der ehemalige Vizepräsident unter Barack Obama nach eigener Aussage „die LGBTQ+-Gleichheit in Amerika und auf der ganzen Welt voranbringen“ möchte. Der Plan, der den amerikanischen Institutionen vorschreiben würde, „LGBT-Rechte durchzusetzen“, wirkte sich schädlich auf die Religionsfreiheit und die Rechte von Frauen, Eltern und Kinder aus.

Sexuelle Orientierung soll unter Civil Rights Act fallen

Das Gesetz wurde vor einem Jahr im Repräsentantenhaus beschlossen und ist auch eine der Top-Prioritäten der Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi. Es würde dem Bürgerrechtsgesetz der USA, dem Civil Rights Act, die „sexuelle Orientierung“ und die „Gender-Identität“ als geschützte Kategorien hinzufügen - und damit als Kategorien, die die Urheber des Civil Right Act „nicht im Sinn hatten, als er 1968 im Kongress angenommen wurde“. Diese Änderungen, so notiert der Daily Signal, „würde die alltägliche Freiheit der Amerikaner, ihre Privatsphäre und ihre Eltern- und Individualrechte auf vielfältige Weise beeinträchtigen“. Religiöse Adoptionsagenturen, die Kinder nur in „ein liebevolles Zuhause mit einem Vater und einer Mutter“ vermitteln, könnten unter dem neuen Gesetz ihre religiösen Überzeugungen nicht mehr ausüben. Agenturen, „die sich weigern, gegen ihre tief verwurzelten Glaubensüberzeugungen zu verstoßen, würden geschlossen werden“. 

Gefängnissen würde vorgeschrieben, ihre Hausordnungen aufgrund der Gender-Identität des Häftlings zu ändern. In Großbritannien, wo ein ähnliches Gesetz bereits in Kraft ist, wurde „ein männlicher Vergewaltiger in ein Frauengefängnis verlegt, weil er sich als Frau ‚identifiziert‘. Dort beging er zwei sexuelle Übergriffe“. Zudem wären die Steuerzahler zuständig für die Bezahlung von Geschlechtsumwandlungen von Trangender-Insassen. Der Plan zur Umsetzung des Equality Act verspreche, „allen Transgender-Häftlingen in den Justizvollzugsanstalten, Zugang zu den entsprechenden Ärzten und der medizinischen Versorgung zu haben – einschließlich Frauenarzt und Hormontherapie“. 

Auch Privatsphäre von Kindern in öffentlichen Schulen betroffen

Darüber hinaus würden die Gesetzesänderungen auch die Privatsphäre und die Sicherheit der Kinder in den öffentlichen Schulen betreffen. Die Leitlinien der Obama-Administration würden, wie der Plan in Aussicht stellt, wiedereingesetzt, „die den Schulen vorschrieben, Schülern, die sich als Transgender identifizieren, Zugang zu den Toiletten und Umkleideräumen des anderen Geschlechts zu gewähren“. Diese Leitlinie sei „zu Recht von der jetzigen Regierung aufgehoben worden“. In ihren eigenen Mannschaftsteams hätten Mädchen bei sportlichen Wettkämpfen Nachteile, wenn biologische Männer als „Transgenderfrauen“ gegen sie antreten könnten und gegen die weibliche Konkurrenz gewinnen. 

Der Plan zur Umsetzung des Equality Act beabsichtige außerdem, die „Konversionstherapie“ - womöglich auch die Beratung durch Geistliche – US-bundesweit zu verbieten: „Dies würde insbesondere bei Kindern Schaden anrichten, die eine Genderdysphorie durchmachen. Diese Kinder lösen– wie Untersuchungen zeigen - in 80 bis 95 Prozent der Fälle ihr Leiden selbst, wenn sie nicht gesellschaftlich oder medizinisch zu einer Umwandlung gedrängt werden“.

DT/ks

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