Windsor

UK: Renommiertes Eton-College vertritt Gender-Ideologie

Die renommierteste aller Lehranstalten im Vereinigten Königreich – das Eton College – ist heftiger Kritik ausgesetzt. Sein Direktor entließ einen Lehrer, der am biologischen Unterschied zwischen Männern und Frauen festhält.
Eton College
Foto: Wikicommons/Martin Kraft // Photographie | Der Online-Vortrag, der den Schülern tatsächlich nie gezeigt wurde, führte dennoch zur Entlassung des Lehrers.

Einem Bericht der britischen Tageszeitung Daily Mail zufolge wurde der am Eton College in der - westlich von London gelegenen - Grafschaft Berkshire tätige Lehrer Will Knowland von seinem Schuldirektor Simon Henderson entlassen. Der Grund dafür war ein über YouTube verbreitetes Video eines Vortrages, das er über das Thema der Meinungsfreiheit hielt. 

Lehrer kritisierte radikalen Feminismus

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Knowland kritisierte darin einen radikalen Feminismus und die Idee der „toxischen Männlichkeit“, die, wie er sagte, dazu benutzt werde, „Männer und männliche Eigenschaften“ zu attackieren. Bei seinem halbstündigen Vortrag mit dem Titel „The Patriarchy Paradox“ äußerte er, dass die Rolle des Mannes als „Beschützer“ der Gesellschaft insgesamt – also auch den Frauen – nutze. Er sagte, dass eine Welt ohne Männer für Frauen „schrecklich“ wäre, und beklagte, dass gute männliche Eigenschaften wie „Ritterlichkeit“ durch solche Formulierungen wie „toxische Männlichkeit“ erniedrigt würden.

Zudem seien Männer traditionell das Geschlecht, das aufgrund der unterschiedlichen Körperentwicklung im Krieg kämpfe. Daher sei es auch nicht fair, „im Sport Männer gegen Frauen antreten zu lassen“. Dabei wies er auf einen Kampfsportwettkampf mit dem Transgenderkämpfer Fallon Fox hin, der seiner weiblichen Gegnerin den Augenhöhlenknochen zertrümmerte. Knowland stellte darüber hinaus fest, dass Männer „90 Prozent der Erfindungen entwickelten, die die Lebenserwartung von Frauen verbesserten“.

Online-Vortrag führt zur Entlassung

Der Online-Vortrag, der den Schülern - der ihren Eltern jährlich fast 50.000 Euro kostenden Schule -tatsächlich nie gezeigt wurde, führte dennoch zur Entlassung des Lehrers. In einer Petition für die Wiedereinstellung des Lehrers haben bisher mehr als 2.000 Schüler und Mitglieder der großen Eton-Gemeinschaft der Schule Heuchelei, Grausamkeit und ein „völliges Fehlen von Rückgrat“ vorgeworfen, und sie fragten, ob Eton „sein neues politisch progressives Image auf Kosten eines der ihren wahren“ wolle. In der Petition heißt es weiter: Knowland werde „von allen geliebt, die ihm begegnet sind“, und die Schüler „fühlen sich moralisch verpflichtet, keine Zuschauer bei dem zu sein, was ein Fall institutioneller Schikane zu sein scheint“. Dies sei nun ein „Kampf um die Seele“ des Colleges. Die „Cancel-Kultur“ habe mit „dem Kult des Gruppendenkens genau das Herz der Schule erreicht“. Doch diese „soll eine Bastion des Lernens und der freien Meinungsäußerung“ sein. „George Orwell ging nach Eton. Was würde er davon halten? 1984 sollte eine Satire sein und kein ‚How to-Manual‘“.

Gegen seine Entlassung hat Will Knowland Einspruch eingelegt, der am 8. Dezember verhandelt wird. Dabei wird der Lehrer von der Free Speech Union unterstützt, dessen Gründer Toby Young laut Daily Mail sagte: „Dies ist ein Präzedenzfall. Schulen müssen Orte sein, an denen Kinder über alle Seiten dieser großen Fragen unterrichtet werden, es muss ihnen ermöglicht werden, sich ihre eigene Meinung zu bilden, und sie dürfen nicht mit den neuesten politischen Lehrmeinungen indoktriniert werden“.  DT/ks

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