Taize-Treffen in Brüssel

Brüssel (DT/KNA) Am Montag beginnt in Brüssel das 31. Europäische Jugendtreffen von Taize. Vom 29. Dezember bis zum 2. Januar erwartet die ökumenische Gemeinschaft mehr als 40 000 Jugendliche und junge Erwachsene in Brüssel. Erstmals findet das jährliche Taize-Treffen über Silvester in Belgien statt. Der katholische Erzbischof von Brüssel-Mechelen, Kardinal Godfried Danneels, hatte die Gemeinschaft gemeinsam mit den evangelischen und orthodoxen Kirchen des Landes eingeladen. Danneels hatte im Vorfeld erklärt, es sei Zeit für das Jugendtreffen im Herzen der Europäischen Union (EU). Es gehöre zur „Berufung der Stadt Brüssel als Hauptstadt Europas, sich auch für die Jugend zu öffnen“.

Am Sitz zahlreicher EU-Institutionen stehen Diskussionen und Begegnungen mit hochrangigen EU-Vertretern auf dem Programm. Zu den größten nationalen Teilnehmergruppen zählen rund 9 000 Jugendliche aus Polen sowie 2 000 Deutsche. Die Jugendlichen übernachten in Privatfamilien. Angeregt durch den 2005 verstorbenen Taize-Gründer Frere Roger veranstalten die Brüder seit 1979 jedes Jahr ein Jugendtreffen in einer europäischen Großstadt. In einem offenen Brief an die Teilnehmer forderte Taize-Prior Frere Alois eine Rückbesinnung auf tragende Werte. „Damit der technische und wirtschaftliche Fortschritt mit mehr Menschlichkeit Hand in Hand geht, ist es unerlässlich, nach einem tieferen Lebenssinn zu suchen“, so der aus Deutschland stammende Katholik, der die Gemeinschaft seit 2005 leitet. In seinem Schreiben warnt Frere Alois vor „der Gefahr wechselseitiger Gleichgültigkeit“. Auf dem Weg zu einer geeinten Menschheitsfamilie gehöre es zu den „dringlichsten Erfordernissen“, die Welt „von unten“ zu betrachten. Das bedeute eine einfache Lebensweise und die Zuwendung zu den Menschen.

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