Syrien: Ankunft der Inspekteure

Berlin/Moskau/Damaskus (DT/dpa) Die ersten Inspekteure der Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) haben sich auf den Weg nach Syrien gemacht. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin sagte gestern, die Experten würden mit einem von Deutschland gecharterten Flugzeug zunächst von Den Haag nach Beirut fliegen und ihre Reise dann auf dem Landweg fortsetzen. Sie sollen die Zerstörung von rund 1 000 Tonnen Chemiewaffen und von Produktionsstätten in Syrien vorbereiten. Nach einem Beschluss des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen soll die Vernichtung der Waffen bis Mitte 2014 abgeschlossen sein. Die Führung in Damaskus habe zugesichert, die Vertreter der OPCW nach ihrer Ankunft zu unterstützen, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow der Tageszeitung „Kommersant“ (Montagsausgabe). Die Ankunft der Experten in Syrien wird für heute erwartet. Das Giftgas könne auch in mobilen Anlagen zerstört werden, wie sie etwa die USA besitzen, sagte Lawrow. Der UN-Beschluss lasse zudem die Vernichtung der Chemiewaffen im Ausland zu. Russland sei bereit, sich finanziell und mit Personal daran zu beteiligen. Lawrow rief den Westen auf, die Rebellen in Syrien zum Einlenken zu bewegen. „Man sollte ihnen ein Signal senden, dass sie den Prozess nicht sprengen dürfen.“ Moskau besitze Hinweise, dass die Aufständischen „Provokationen“ und möglicherweise den Einsatz von Giftgas planen würden. Russlands Strategie, von Beginn auf Verhandlungen zu setzen, habe sich als richtig erwiesen. „Wer objektiv auf die Lage schaut, wird wahrscheinlich zum Schluss kommen, dass wir uns auf der richtigen Seite der Geschichte befinden“, so Lawrow.

Unterdessen haben sich in Syrien 48 Brigaden unter das Kommando des salafistischen Rebellenführers Sahran Allusch begeben. Das geht aus einer Videoaufzeichnung von einem Treffen der Anführer der Brigaden hervor, die gestern veröffentlicht wurde. Allusch (43) war bislang Kommandeur der Rebellenbrigade Liwa al-Islam, die im Osten der Hauptstadt mehrere Kleinstädte und Dörfer kontrolliert. Seine Geldgeber sitzen nach Angaben aus Oppositionskreisen in Kuwait und Saudi-Arabien.

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