Spaniens Opposition kämpft für das Leben

Massenproteste gegen eines der liberalsten Abtreibungsgesetze der Welt

Spaniens konservativer Oppositionsführer Mariano Rajoy will die von der sozialistischen Regierung geplante Lockerung der Abtreibungsgesetze verhindern. Wie der Chef der konservativen Volkspartei (PP) am Sonntag laut spanischen Medienberichten erklärte, habe der Massenprotest vom Samstag gezeigt, dass eine Lockerung der Abtreibungsrechte in Spanien von der großen Mehrheit der Bevölkerung nicht gewünscht wird.

Er wolle in der kommenden Woche im spanischen Parlament per Abänderungsantrag die Verabschiedung der Gesetze auf Eis legen lassen. Zuvor protestierten am Samstag rund 1, 2 Millionen Spanier in Madrid gegen die geplante Liberalisierung der spanischen Abtreibungsgesetze. Zu der Massenkundgebung hatte ein Aktionsbündnis von mehr als 40 Vereinigungen aufgerufen. Der Gesetzesvorschlag gebe werdende Mütter und ungeborene Kinder der „totalen Schutzlosigkeit“ preis, erklärte Benigno Blanco, Präsident des spanischen Familienforums und Sprecher der Demonstrationsveranstalter, auf der abendlichen Abschlusskundgebung vor der Puerta de Alcala im Zentrums Madrids.

„Wir sind aber auch hier, um den werdenden Müttern zu zeigen, dass sie nicht alleine sind. Dass wir Millionen sind, die sie unterstützen werden“, sagte Blanco weiter. Der KNA sagte Blanco, dass die christlichen Vereinigungen auch weiterhin gegen das geplante Abtreibungsgesetz protestieren wollten: „Die Debatte wird weitergehen, solange es in Spanien eine einzige Abtreibung gibt. Dafür werden wir sorgen, auch wenn wir nicht jeden Monat eine Massenkundgebung wie diese organisieren können.“ Die Organisatoren, in der Mehrheit katholische Verbände, hatten drei Flugzeuge sowie 600 Busse angemietet, um Menschen aus allen Teilen Spaniens zum Protestmarsch in die Hauptstadt zu bringen. Unter den Demonstranten befanden sich vor allem Familien mit Kindern. Auf Plakaten und Luftballons waren Parolen gegen Abtreibung zu lesen.

Die Bischofskonferenz hatte in der vergangenen Woche die geplante Liberalisierung des Abtreibungsrechts scharf kritisiert. Vertreter der Bischofskonferenz selbst nahmen allerdings nicht an der Demonstration teil. Dennoch habe es sich um einen „legitimen und angebrachten“ Protest gehandelt, erklärte am Sonntag auch der Bischof von Huesca und Jaca, Jesus Sanz Montes. Ende September hatte die spanische Regierung eine Gesetzesvorlage gebilligt, die eine deutliche Lockerung des Abtreibungsrechts in Spanien vorsieht. Sollte der von der Regierung beschlossene Gesetzentwurf im Winter oder spätestens im kommenden Frühjahr vom Parlament abgesegnet werden, hätte Spanien eines der liberalsten Abtreibungsrechte der Welt. DT/KNA

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