Seehofer greift Medien an

München (DT/dpa) Als Reaktion auf die Vorwürfe von Medien in der Vetternwirtschafts-Affäre geht der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer zum Gegenangriff über. Der bayerische Ministerpräsident warf dem ZDF und anderen Medien am Montag falsche und schlampige Berichterstattung vor. „Wie wenn man auf der Treibjagd ist, und die Bluthunde wittern eine Blutspur. Da wird nicht mehr links und rechts geschaut, das ist schlimm.“ Er werde ab jetzt mit aller Konsequenz gegen solche Vorfälle vorgehen. „Wir lassen nicht mit uns Schlitten fahren.“ Anlass der Kritik war unter anderem ein Bericht des ZDF-„heute journals“ über Seehofers Nominierung als CSU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl. Die Redaktion hatte gemeldet, FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß sei aus einem CSU-Werbefilm herausgeschnitten worden – was laut CSU nicht stimmte. Moderator Claus Kleber habe dazu in einer Stellungnahme des Senders erklärt, das hätte „nicht passieren dürfen“, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ (Montag).

Als Reaktion auf die Verwandtenaffäre in Bayerns Landtag und Staatsregierung soll der frühere CSU-Chef Theo Waigel einen Ehrenkodex für die Partei ausarbeiten. Darin sollen die Verhaltensregeln für CSU-Abgeordnete und -Funktionsträger festgelegt werden. Dies berichteten Teilnehmer der Parteivorstandssitzung am Montag in München. Wegen der Affäre waren CSU-Fraktionschef Georg Schmid und der Chef des Haushaltsausschusses, Georg Winter (CSU), von ihren Ämtern zurückgetreten.

SPD-Bundestagsfraktionschef Frank-Walter Steinmeier hatte der CSU vorgeworfen, im Strudel von Skandalen und Vetternwirtschaft zu versinken. „Das ist die Moral einer Partei, die auf den Hund gekommen ist. Die das Land als Beute betrachtet und an die Verwandten verteilt“, sagte Steinmeier am Sonntag beim Parteitag der Bayern SPD in Augsburg: „Seit Jahren predigen sie öffentlich Wasser und saufen heimlich Wein.“ Steinmeier rief die SPD zu einem kämpferischen Wahlkampf auf.

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24.09.2021, 10 Uhr
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