Bern

Schweizer Bischöfe gegen Volksinitiative

In der Schweiz will eine Volksinitiative die Widerspruchsregelung für Organspenden einführen. Die Kirche lehnt das ab.

Die katholischen Bischöfe der Schweiz lehnen die von der Volksinitiative „Organspende fördern – Leben retten“ geforderte Einführung der Widerspruchsregelung bei der Organspende ab. Das erklärte der Präsident der Schweizer Bischofskonferenz (SBK), Bischof Felix Gmür, auf einer Medienkonferenz in Bern.

Wie Gmür, der auch Bischof der Diözese Basel ist, betonte, könne eine Organspende sittlich erlaubt und sogar verdienstvoll sein. Voraussetzung dafür sei jedoch eine informierte Zustimmung des Spenders.

Derzeit dürfen in der Schweiz Organe nur dem entnommen werden, der dem ausdrücklich zugestimmt hat. Die Volksinitiative „Organspende fördern – Leben retten“ will das ändern. Geht es nach ihr, dann sollen Organe allen entnommen werden können, die dem zuvor nicht ausdrücklich widersprochen haben.

Gmür erklärte, Papst Franziskus habe kürzlich betont, die Organspende könne „Ausdruck der Barmherzigkeit und der sozialen Verantwortung“ sein und von Gläubigen als „Geschenk an den leidenden Herrn“ verstanden werden. Sie sei dann eine Geste der großzügigen Liebe. Ein „Geschenk“ setze aber, so Gmür weiter, die ausdrückliche Freiwilligkeit des Schenkenden voraus. Aus Sicht der SBK stehe die Widerspruchsregelung dem Grundsatz der ausdrücklichen Freiwilligkeit entgegen. Gmür: „Wir sind nicht gegen die Organspende, im Gegenteil, aber wir sind gegen den Automatismus.“ Auch gebe es keine moralische Pflicht zur Organspende. Wer sich gegen eine Organspende entscheide, könne keineswegs moralisch verurteilt werden.

DT/reh

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