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Im Gegensatz zu jenem Augenblick vor 50 Jahren, als die Menschheit die Nase stolz nach oben trug, steht heute ein anderes Bild: nicht mehr das der Mondlandung, sondern der Schiffslandungen. Menschen mit niedergeschlagenen Augen, die überall zurückgewiesen werden, von einem Hafen zum nächsten.

Und es tut noch mehr weh, wenn man es mit dem Stolz des Augenblicks der Mondlandung in Beziehung setzt, mit der stolzgeschwellten Brust einer Menschheit, die sich selbst pries und ihre gewaltige Eroberung pries.

Der Mensch ist auf dem Mond gelandet und plant, es wieder zu tun, aber keiner kann ihm heute versichern, dass er in den Häfen der Meere landen kann.

In Häfen, die er mühevoll mit seiner eigenen Hände Arbeit gebaut hat und die dennoch für einen großen Teil des Mittelmeers nichts anderes sind als ein Traumbild – wie einst der Mond. Es gibt viele Häfen, und selbst eine kleine Reede mit einer halbrunden Pier vermittelt immer die Idee der Umarmung und der Aufnahme.

Aber auch im Meer kann es Schranken geben. Und sie werden zu Mauern. Während der Mond erobert wurde, wird heute das Meer vergewaltigt und seiner Gesetze beraubt, deren erstes, natürlichstes, die Rettung und Aufnahme ist.

Vielleicht schämt sich der Mond in diesen Tagen, in denen so oft von ihm die Rede ist, sogar ein wenig für uns.

Von der von Johannes Paul II. eingeleiteten „Neuevangelisierung“ bis hin zur „Kirche im Aufbruch“ von Franziskus, der mit unfruchtbarer Trägheit bricht, ist die Überzeugung, dass eine tief greifende Veränderung notwendig ist, fest verankert. Jetzt kommt diese Denkweise dort an, wo sie ankommen muss: an der Basis, bei den Gläubigen der Gemeinden. Nur so wird das pyramidenförmige hierarchische Modell dem einer lebendigeren und partizipativen Kirche weichen.

Diese Linie wollen die spanischen Bischöfe fördern durch die Feier eines Laienkongresses im Jahr 2020. Wir müssen aufhören, diese neue Minderheitensituation der Katholiken in der Gesellschaft als Tragödie zu betrachten, und vielmehr verstehen, dass dies eine von der Vorsehung gesandte Gelegenheit ist, die Authentizität und den Geist des Evangeliums wiederherzustellen. Denn die so dezimierte Kirche, prophezeite Ratzinger im Jahr 1969, „wird sich sehr viel stärker gegenüber bisher als Freiwilligkeitsgemeinschaft darstellen“ und „wird als kleine Gemeinschaft sehr viel stärker die Initiative ihrer einzelnen Glieder beanspruchen“.

Sie wird nicht mehr „auf ihr politisches Mandat“ pochen, da sie weiß, dass ihr Platz bei den „Kleinen“ ist.

Vor 50 Jahren hat Ratzinger Franziskus prophezeit.

Die junge Frau, die durch die Gründung der internationalen Bewegung „Schulstreik für das Klima“ bekannt geworden ist, einzuladen und ihr zuzuhören, ist keine Simplifizierung. Natürlich sind ihre Vorschläge die eines Teenagers, der seine Empörung über das Schicksal des Planeten zum Ausdruck bringt und die Untätigkeit der Verantwortlichen anprangert. Dieser Schrei verdient es, gehört zu werden. Es stimmt aber auch, dass der Personenkult uns die Komplexität der Klimafrage vergessen lassen kann. Es ist daher begrüßenswert, dass an den Gesprächen auch Schüler der Bewegung „Youth for Climate“ sowie die Vizepräsidentin des Weltklimarats, Valérie Masson-Delmotte, teilnehmen. Ein solches Panel zeigt, dass die politische Antwort auf die Klimakrise nicht ohne die Unterstützung der Zivilgesellschaft, begonnen bei den Jüngsten, und die Wissenschaftsgemeinschaft erfolgen kann. Daher ist die Forderung einiger Abgeordneter, die Ankunft der jungen Schwedin zu boykottieren, kontraproduktiv: Das trägt nur dazu bei, die Identifizierung der Klimakrise nur mit Greta Thunberg zu verstärken.

Die eigentliche Sorge ist nicht das dringend erforderliche Verbot oder die Einschränkung von Plastik, sondern die Frage: Was wird aus denen, die Plastik herstellen? Es ist gut, Umweltschutzgesetze zu erlassen, aber wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass ein Verbot von Plastiktüten zur Schließung ganzer Fabriken führen würde, [...] und Tausende von Menschen arbeitslos machen würde [...]. Ist es möglich, die Fabriken zu nutzen, um alternative Produkte herzustellen und so Strukturen, Menschen und Arbeitsplätze zu retten?