Pressestimmen vom 25. September 2019

Diesmal zum Klimawandel, dem "Synodalen Weg" sowie katholischen Lehrern.

Man darf nicht meinen, dass der Brief von Kardinal Ouellet ohne Wissen von Papst Franziskus gesandt wurde. Gerade darum ist man perplex über die erste (eher unfreundliche) Antwort von Kardinal Marx, der wiederholt hat, dass der Prozess fortgesetzt wird, ohne auch nur eine der aus Rom eingegangenen Weisungen positiv anzunehmen. Sicher hat Marx seine Absicht angekündigt, den vatikanischen Autoritäten die Situation zu erklären, um mögliche Missverständnisse zu beseitigen, aber im Moment scheint er eine andere Sprache zu sprechen. Über jedes ungesunde Interesse der Medien an dem, was manche bereits als eine neue Kampfansage an Rom von Deutschland her bezeichnen, sollte man sich fragen, ob die heutigen Deutschen (besonders die jungen Menschen) tatsächlich besorgt sind über diese Art von Alchemie aus dem kirchlichen Labor oder ob sie sich nicht eher (wenigstens heimlich) nach der Begegnung mit einer wahren Glaubenserfahrung sehnen, die in den gegenwärtigen Lebensumständen verwurzelt ist und die ihre Unsicherheit, ihre Ängste und ihr Verlangen nach einem glücklichen und sinnvollen Leben berücksichtigt. Eine solche Erfahrung kann sich nur im lebendigen Leib der Kirche mit all seinen Wunden und Mühen entwickeln – und nicht als Ergebnis einer Strategie, so „deutsch“ sie auch sein mag.

Es bleibt abzuwarten, wie das Abschlussdokument des synodalen Prozesses der deutschen Kirche aussehen wird. Angesichts der offensichtlichen Entschlossenheit von Kardinal Marx und vieler deutscher Bischöfe, sich sowohl dem Papst als auch dem Lehramt der Kirche zu widersetzen, erscheint der von den „katholischen Marxisten“ vorangetriebene „synodale Weg“ jedoch als ein kurzer Pfad zu Chaos und Spaltung in der Kirche. Und es ist höchst ironisch, dass in letzter Zeit Kirchenoberen in den Vereinigten Staaten schismatische Absichten unterstellt wurden. Die Gefahr eines Schismas liegt in Deutschland, nicht an amerikanischen Gestaden. Betet für die Kirche in Deutschland und betet darum, dass wir jedes Schisma und jede Spaltung in der Kirche vermeiden mögen.

Wir dürfen nicht die Bedrängnis jener Lehrer vergessen – von denen nicht alle katholisch sind –, die heldenhaft versuchen, ihren Schülern eine authentische Sichtweise der menschlichen Sexualität zu vermitteln. Sie brauchen mehr Unterstützung von Seiten der Kirche, um ihrer Aufgabe gut nachzukommen. Trotz des schwierigen politischen Umfelds gibt es viel, was der Catholic Education Service (CES) tun könnte. An erster Stelle steht die Notwendigkeit von Plänen zum Sexualkundeunterricht, die die Lehre der Kirche wirklich widerspiegeln. Verschiedene Lebensrechts-Organisationen leisten in diesem Bereich hervorragende Arbeit, und die von ihnen bereitgestellten Ressourcen verdienen aktive Förderung durch die Kirche. Eine weitere Priorität des CES sollte darin bestehen, die Leiter katholischer Schulen anzuweisen, Anträge von Eltern, ihr Kind vom Sexualkundeunterricht zu befreien, immer zu unterstützen. Katholische Schulen sollten angewiesen werden, nicht zuzulassen, dass Organisationen, die der katholischen Lehre entgegenstehen, irgendeinen Teil des Sexualkundeunterrichts gestalten. Insbesondere dürfen Gruppierungen wie Stonewall oder die Transgendergruppe „Mermaids“, die in offener Opposition zur kirchlichen Lehre stehen, nicht an katholische Schulen eingeladen werden, um Schülern oder Lehrern Unterrichtsstunden zu erteilen.

Die Besteuerung ist ein Mittel, aber sie ist nicht das einzige, das zur Verfügung steht, um den Umsatz von Kohlenstoff weiter zu reduzieren. Investitionen müssen zum Königsweg umweltpolitischer Maßnahmen werden, deren Auswirkungen auf die Wirtschaft expansiv sein müssen. Wir müssen in unserer Zeit die Vorteile und nicht die Kosten der ökologischen Umkehr hervorheben. Klimawandel, langsames Wachstum, Konzentration von Reichtum, Zunahme der Armut, Migrationsströme, explosionsartiger Anstieg von Extremismus sind Phänomene, die miteinander verbunden sind und die eine enge internationale Zusammenarbeit erfordern, um der Weltbevölkerung (11, 2 Milliarden Menschen im Jahr 2100 nach UN-Prognosen!) eine Zukunft zu ermöglichen, die die Menschenwürde achtet und ein friedliches Zusammenleben garantiert.

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