Pressestimmen vom 20.06.2018

Wir glauben an das Recht eines jeden Menschen, nicht das eigene Land verlassen zu müssen, und setzen uns als Kirche im Geist der Gerechtigkeit, der Solidarität und des Miteinander-Teilens dafür ein. Wir glauben auch, dass die pluralistische Gesellschaft uns verpflichtet, unseren Teil zu Bildung und Kultur beizutragen, um Ängste, Vorurteile und Misstrauen zu überwinden. Gleichzeitig glauben wir an den Schutz des menschlichen Lebens: im Mutterleib, am Arbeitsplatz, in der Wüste und auf dem Meer. Die Rechte und die Würde der Migranten müssen ebenso geschützt und verteidigt werden wie die der Arbeiter und der Schwächeren in der Gesellschaft. Italien, das sich in der humanitären Notlage als großherzig und solidarisch erwiesen hat, darf angesichts der schwierigen und dramatischen Ereignisse nicht alleingelassen werden. Gerade weil wir an Europa glauben, werden wir nicht müde, die Stimme zu erheben, damit diese Herausforderung verantwortungsbewusst von allen übernommen wird. Die christlichen Gemeinden müssen eingedenk ihres „mediterranen Ursprungs“ auch dazu beitragen, eine Perspektive für das friedliche Zusammenleben im Mittelmeerraum zu finden.

Den Priestern ist diese Angelegenheit sehr wichtig, und sie sind bereit, dafür ins Gefängnis zu gehen. Wenn der australische Staat unbedingt Märtyrer schaffen will, so gibt es dafür viele Kandidaten. Man kann sich die Szene im harten Gefängnisalltag bildlich vorstellen: Ein freundlicher Kerl muss seinen Mitgefangenen erklären, dass er einsitzt, weil er sich geweigert hat, das Beichtgeheimnis zu brechen. Das gibt Stoff für einen Film oder eine Fernsehserie! Aber ernsthaft: Wer du auch bist, welche Sünden du auch begangen hast: Du kannst zu einem katholischen Priester gehen, und was auch immer du ihm erzählst, wird den Raum nicht verlassen. Denn auch Sünder haben Rechte und verdienen Diskretion. Gott garantiert es ihnen, und der Staat hat kein Recht, es ihnen zu nehmen.

Wir sind nicht dazu berufen, nett, höflich und locker zu sein. Höflich und nett ist nicht gleichbedeutend mit gut. Man könnte zu einem Juden, der an die Tür klopft und um Schutz vor den Nazis bittet, sehr höflich sagen: „Nein danke.“ Damit wäre man nur ein höflicher Komplize des Bösen. Höflich trifft es nicht. Nett ist nicht genug. Das Gute schwimmt gegen den Strom unserer Kultur. Gutes zu tun ist schwer und ruft oft Widerspruch hervor. Jesus hat gesagt: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Er hat nicht gesagt: Ich bin nett, freundlich und komme den Menschen entgegen. In der Bibel sagten viele derer, die ihm nachfolgten, nachdem er über die Eucharistie gesprochen hatte: „Diese Sprache ist unerträglich. Wer kann das hören?“ Und was tat Jesus? Veränderte er seine Lehre? Vereinfachte er sie? Holte er „die Menschen dort ab, wo sie waren“? Nahm er eine pastorale Haltung ein? Nein. Jesus setzte noch einen drauf. Und was geschah? 'Dort heißt es weiter: „Danach wandten sich viele seiner Jünger ab und folgten ihm nicht mehr nach.“ Ist Jesus damit gescheitert? Nein. Er sagte die Wahrheit. Er griff nicht zu Halbwahrheiten, um die Menschen bei sich zu behalten und sie vielleicht irgendwann in Zukunft einmal für den Rest seiner Lehren zu gewinnen. Jesus rief keinen Psychologen zu Hilfe, um im Gespräch eine gemeinsame Grundlage zu finden. Er ließ seine Jünger weggehen und nannte zu allem Überfluss auch noch einen der Zwölf, die bei ihm blieben, einen „Satan“. Das ist die unpastoralste Geschichte, die es je gegeben hat!

Nach dem Ersten Weltkrieg erfand der Franzose Jules Rimet die Fußballmeisterschaften als Mittel zur Völkerverständigung. (...) Diesen Geist wünschen sich heute viele wieder (...). Ohne den Profisport verteufeln zu wollen, ist dennoch klar, dass in letzter Zeit viele Grenzen überschritten wurden. Die stratosphärischen Gehälter einiger Stars sind nur die Spitze des Eisbergs (...). Ein Beispiel sind die (...) Verletzungen der Rechte der Arbeiter bei der Vorbereitung der Weltmeisterschaft in Katar. Diese Wirklichkeit passt weder zur erzieherischen Funktion, die eine große Mehrheit der Fußballanhänger für wesentlich erachtet, noch zu Jules Rimets Traum (...).

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