pressestimmen vom 10.07.2019

Die Kirche schaut mit Sorge auf die Überfülle an Migranten an der südlichen und nördlichen Grenze von Mexiko. Einige Diözesen sind überwältigt von der Zahl der Migranten, die ihr Territorium durchqueren, mit Problemen wie Erschöpfung, Dehydrierung, Verletzungen, gequält vom organisierten Verbrechen oder manchmal auch von den Einwanderungsbehörden selbst. Dennoch wird den Brüdern und Schwestern auch weiterhin Hilfe geleistet, die immer besser organisiert ist. Die Mexikanische Bischofskonferenz betont, dass die mexikanischen Behörden angesichts dieses Dramas größere Anstrengungen unternehmen müssen, um den Migranten zu helfen und den Dialog und transparente Verhandlungen in den bilateralen Beziehungen weiter zu fördern, ohne Erpressung oder Bedrohungen ins Spiel zu bringen. Und die US-Behörden müssen die Zusammenarbeit mit den Regierungen des Norddreiecks und der mexikanischen Regierung fördern, um Gewalt und Missstände in der lokalen Wirtschaft zu beseitigen – also die Gründe, die die Menschen zur Auswanderung zwingen.

Die Leitlinien könnten einigen unmittelbaren Druck von Untergrundpriestern und -bischöfen nehmen (vorausgesetzt, sie erfahren von ihnen). Aber sie lösen nicht das größere Problem, dass der Vatikan gerade in dem Moment ein Abkommen unterzeichnet hat, in dem die chinesischen Behörden aggressiv gegen inoffizielle religiöse Gruppierungen vorgehen. Seit dem Amtsantritt von Präsident Xi Jinping im Jahr 2013 hat der Staat seinen Druck auf die Religionsgemeinschaften verstärkt und Maßnahmen zur „Sinisierung“ als Vorwand für Repressionen benutzt. Unter dem Vorwand, „ausländische“ Einflüsse zu beseitigen, haben Beamte Kreuze, Grabsteine, Heiligtümer und Kirchen zerstört. Dabei gab es Szenen, die an die Kulturrevolution erinnern. In dem Versuch, die Weitergabe des Glaubens zu verhindern, haben die Behörden Kindern sogar den Besuch der Messe untersagt. Der Vatikan glaubt, dass die beste Antwort nicht Widerstand, sondern Verhandlung ist. Er argumentiert, dass China einem raschen Wandel unterzogen ist und dass der beste Weg, die Zukunft der Kirche zu sichern, darin besteht, die Beziehungen zu Peking zu vertiefen. Aber er scheint auch empfänglich zu sein für die Vorwürfe, dass er Untergrundkleriker opfert, um Frieden herzustellen. Die neuen Leitlinien scheinen dazu zu dienen, das Gesicht zu wahren.

Europa hat verstanden, dass der demografische Winter sein Sozialmodell in Frage stellt, mit Ausnahme des Südens. Malta, Spanien, Zypern, Italien, Griechenland und Portugal stehen auf der Skala der Geburtenrate ganz unten. In Spanien nimmt die Situation in den von der Entvölkerung betroffenen Regionen dramatische Ausmaße an. Galizien hat gerade den ersten Entwurf eines autonomen Gesetzes vorgelegt, das darauf abzielt, beide Probleme gleichzeitig und ganzheitlich anzugehen. In anderen autonomen Regionen wird darüber diskutiert. Es fehlt jedoch ein breiter Konsens auf nationaler Ebene. Mit mutigen und kreativen politischen Maßnahmen wäre es möglich, der Entvölkerung und der sinkenden Geburtenrate entgegenzuwirken.

Soll alles von der Meinung dessen abhängen, dem du anvertraut bist? Ob du für ihn noch immer ein Mensch bist oder nur ein Überrest, eine leblose Hülle, die man einfach treiben lässt wie eine Flasche im Meer? Wenn du für denjenigen, dem du anvertraut bist, ein Mensch bist, bleibst du am Leben, sonst nicht. Das Drama, das sich in Reims, im alten christlichen Frankreich mit seiner wunderbaren Kathedrale, abspielt, ist ein Niedergang unseres Blicks auf das Leben und das Sterben. Er vegetiert nur vor sich hin, zeigt keine Reaktion, ist völlig machtlos: Darum sollen ihm Wasser und Nahrung verweigert werden. Ein laizistischer Blogger und Arzt aus Frankreich hat in diesen Tagen geschrieben: „Die Affäre Lambert wird einen Fortschritt bedeuten, was unseren Blick auf den Tod angeht.“ Dieser unausweichliche „Fortschritt“ im Hinblick auf den Menschen und seine Bedeutung, der uns seit drei Jahrhunderten versprochen wird, geht immer weiter und offenbart zunehmend sein Gesicht: ein berechnendes, kein menschliches Gesicht. Es ist uns fremd.

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