Pressestimmen: Solidarität zur Priorität in Europa machen

Die katholische Tageszeitung La Croix (Paris) kommentiert den Ausgang der Wahlen in Deutschland:

Um sich mehr um Europa zu kümmern, wird Angela Merkel die Prioritäten Deutschlands anders setzen müssen. Sie muss sich insbesondere den sozialen und demographischen Problemen ihres Landes widmen, die vom wirtschaftlichen Erfolg überdeckt werden. Es ist auch im Sinne der anderen europäischen Staaten, den Deutschen die langfristigen Vorteile eines solidarischen Europa vor Augen zu halten – ein gutes Vorhaben, an das Frankreich sich anschließen sollte.

Geistiger Austausch statt Militäreinsätze

„Asia News“, das Internetportal des Päpstlichen Missionswerkes, mahnt zur geistigen Auseinandersetzung zwischen Islam und Moderne:

Die Versöhnung des klassischen islamischen Denkens mit dem modernen Denken ist die wahre Antwort auf den Fanatismus der Terroristen. Stattdessen meint ein großer Teil der westlichen Welt, sie helfe der islamischen Welt durch Militäreinsätze oder durch Handelsbeziehungen zu den Ländern des Nahen Ostens: Diese Beziehungen werden jedoch nur durch nationale Interessen bestimmt und führen zu keiner Entwicklung.

Von Rom aus Zeichen der Hoffnung

Zur geplanten Begegnung der Religionen in Rom schreibt die katholische Tageszeitung Avvenire (Mailand):

Man braucht Mut, um den Traum vom Frieden wieder aufzunehmen, in einer Welt, in der die Kriege – anders als in der Vergangenheit – scheinbar nie zu Ende gehen. Der Krieg im Irak ist nicht beendet. Wann endet der Krieg in Syrien? Wir haben uns zu sehr mit Krieg und Gewalt abgefunden, als unvermeidliche Begleiter unserer Geschichte. Der Mut, von Frieden zu sprechen, und die unerschütterliche Hoffnung, dass der Friede möglich ist: Das ist der Sinn der Begegnung von Rom, die Frauen und Männer verschiedener Religionen sowie Vertreter humanistischer Denkströmungen zusammenführt – ein Zeichen der Hoffnung, das von Rom ausgeht.

Franziskus wirkt entwaffnend

In den USA lobt die katholische Wochenzeitung „The Wanderer“ den Führungsstil von Papst Franziskus:

Er spricht zur Welt so, wie wir sonst unseren Pfarrer sprechen hören. Er ist unkompliziert. Er ist charmant. Er ist ein Mitglaubender. Das ist entwaffnend, und man muss sich erst daran gewöhnen. Aber ich empfinde jetzt Freude, wenn ich seine Kommentare lese, nicht nur, weil das, was er das sagt, gesagt werden muss, sondern auch, weil er die Wahrheit sagt. Wir dürfen nie vergessen, dass die Botschaft des Glaubens nichts Statisches ist, sondern die Wahrheit sich weiter entfaltet, in neuen Formen und Farben je nach Zeit und Ort. Warum? Weil der Glaube so groß, so gigantisch, so herrlich ist. Er kann nie in einem Zeitalter vollkommen zum Ausdruck gebracht werden. Es gibt immer noch mehr zu sagen und zu tun. Ja, Papst Franziskus tut das Werk des Herrn, genau wie seine Vorgänger.

Themen & Autoren

Kirche

Papst in der Slowakei
Bratislava
In das reale Leben eintauchen Premium Inhalt
Die Pastoral muss kreativ begleiten und motivieren. In der Slowakei will die Kirche dafür den richtigen Weg finden. Papst Franziskus ermutigte bei seinem Besuch dazu. Ein Gastkommentar.
18.09.2021, 19 Uhr
Thomas Schumann