Pressestimmen am 28. März 2019

Die Bischöfe rufen in Erinnerung, dass der Aufbau Europas eine Chance für den Frieden auf einem Kontinent war, auf dem Kriege Millionen von Menschenleben gefordert haben. [...] „Der Krieg steht auch vor unserer Tür, gestern auf dem Balkan, heute in der Ukraine“, heißt es in der Erklärung. Das europäische Projekt ist auch eine Notwendigkeit, um den Herausforderungen zu begegnen, denen sich keine Nation allein stellen kann, wie die Regulierung der Migrationsströme oder des internationalen Handels in einer Welt, in der neue geostrategische Gleichgewichte geschaffen werden. Die Herausforderungen [...] gehen jedoch weit über die Mitgliedstaaten hinaus. „Die Erwartungen, die andere Länder und andere im Aufbau befindlichen Staatengruppen (Südamerika, Asien...) an Europa stellen, sind stärker, als wir es uns vorstellen können“, sagt der Ständige Rat. Das heißt, dass das Interesse, das die Menschen auf der ganzen Welt am europäischen Projekt haben, uns verpflichtet, das Programm der einzelnen Listen vor der Wahl sehr ernsthaft zu prüfen.

Kardinal Pell sitzt im Gefängnis – nicht weil er das Leben oder die Religionsfreiheit verteidigt hätte, sondern aufgrund eines perversen Urteils über unbestätigte Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs, von dem eine Jury gezeigt hat, das er unmöglich stattgefunden haben kann. Da liegt noch viel im Argen. Wir dürfen hoffen und wir müssen beten, dass das Urteil gegen Kardinal Pell in der Berufung aufgehoben wird. Wenn nicht, wird der unschuldige Kardinal zum Zeugen Christi hinter Gittern werden, während die australische Justiz einen schweren Schlag erleiden wird, von dem sie sich lange nicht erholen wird. Und vernünftige Menschen werden sich fragen, ob es sicher ist, in ein Land zu reisen oder mit ihm Geschäfte zu machen, in dem von einem Fieber ergriffene Medien und bigotte Säkularisten in der Lage sind, Gerichtsverfahren zu einer grotesken Parodie demokratischer Reife zu machen. Aber auch wenn die Berufung erfolgreich sein wird – was sie aus allen Vernunftgründen heraus sein wird und wenn die Worte „jenseits aller vernünftigen Zweifel“ in einem australischen Gericht irgendetwas bedeuten –, wird der Angriff gegen die Kirche und ihre Führungspersönlichkeiten anhalten. Das Thema des sexuellen Missbrauchs durch Kleriker ist zur Waffe gemacht worden.

Ein militärischer Sieg wird durch Bombardierung, Beugung, Vernichtung erlangt. Viel größere Mühe kostet es, neu zu beginnen, den Frieden herzustellen. Das Töten dauert einen Moment, das Leben wiederaufzubauen erfordert jahrelange Geduld und Vertrauen in den Nächsten. Daher sind die 2 000 kleinen Kinder des IS ein ernsthaftes Problem nicht nur für die Kurden und Syrien, sondern auch für den Westen, den großen Feind des Kalifats. Wie können wir ihnen den Hass nehmen, den sie mit der Muttermilch aufgenommen haben? Welch ein Sieg wäre das, sich schon jetzt darum zu bemühen: ein Sieg ohne Bomben und triumphierend einziehende Panzer. Ein anderer, bescheidener Sieg. Kein Sieg für Armeen, sondern für Väter und Mütter, Männer und Frauen, die sanftmütig und beharrlich sind, die keine Fahnen auf Schlachtfeldern hissen, die durch Feuer und Staub verwüstet sind.

Die Ernennung von Kardinal Danneels zeigt, dass Johannes Paul II. oft Bischöfe ernannte, die in ihren jeweiligen Ländern eine gewisse Statur hatten, auch wenn sie einen anderen theologischen oder pastoralen Ansatz vertraten. Johannes Paul II., dem seine Kritiker vorwarfen, bei Bischofsernennungen einer schmalen Linie zu folgen, ernannte nicht nur Kardinal Danneels in Brüssel, sondern auch Carlo Maria Martini in Mailand, Joseph Bernardin in Chicago, Roger Mahony in Los Angeles und Walter Kasper und Karl Lehmann in Deutschland. […] Papst Franziskus hat keine prominenten konservativen Bischöfe in wichtige Positionen berufen, mit Ausnahme von Kardinal Pell als Wirtschaftspräfekt und Kardinal Sarah als Präfekt für die Liturgie. [...] Das ist auch in Brüssel der Fall, wo der heute hochgelobte Kardinal Danneels als führender Liberaler viel konsequenter war als der jetzige Erzbischof, ein etwas unscheinbarer Mann, der von Papst Franziskus ernannt wurde.

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