Presse: Zwei Arten von Klerus

In Paris kommentiert „France Catholique“ die Diskussion um „viri probati“:

Zukünftige Synoden müssen diese Möglichkeit ins Auge fassen, wobei die Probleme, die eine solche Veränderung mit sich bringen würde, nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Wir hätten dann in der Tat zwei Arten von Klerus, und die „viri probati“ hätten nicht dieselbe theologische und spirituelle Ausbildung wie der gewöhnliche Klerus. Der Kirche würde dadurch jedoch nichts genommen werden; es gibt auch eine große Vielfalt von Ordensfamilien.

Der Kopf unter dem Tuch

„Famiglia Cristiana“ (Mailand) spricht sich gegen ein Kopftuchverbot an Schulen aus:

In Frankreich hat das Kopftuchverbot in der Schule paradoxe Auswirkungen: Muslimische Mädchen brechen die Schule ab oder wechseln an katholische Schulen. Wenn eine Familie mir ihre Tochter zur Ausbildung anvertraut, dann heißt das doch, dass sie an den Wert dieser Ausbildung glaubt. Habe ich dem Kopf unter dem Tuch etwas mitzuteilen, oder muss ich mich bedroht fühlen von diesem Symbol und das Mädchen daran hindern, dem Unterricht zu folgen? Außerdem muss ich dann auch anderen verbieten, ihre Religionszugehörigkeit zu zeigen: keine Kippa für Juden, keine sichtbaren Kreuze für Christen… Das arme laizistische Europa fällt in die Grube, die es selbst gegraben hat.

Reisepass zur Ewigkeit

Das US-amerikanische „Crisis Magazine“ mahnt, die ewige Dimension des Menschen nicht zu verdrängen:

Unter dem Banner des Multikulturalismus werden alle Kulturen zur Absurdität. Unser Zeitalter der Immanenz und der von den Medien auferlegten politischen Korrektheit zwingt jeden, so zu sein wie jeder andere. Dadurch wird auch versucht, die ewige Dimension des Menschen auszulöschen. In einem solchen Zeitalter müssen wir uns daran erinnern, dass der Mensch ein Geschöpf ist, das die Fähigkeit hat, über die Zeit hinauszugehen. Wir alle haben einen Reisepass zur Ewigkeit.

Insel der Heiligen und Gelehrten

Zum St. Patrick's Day erinnert „The Irish Catholic“ (Dublin) an die christlichen Wurzeln der irischen Kultur:

Mit Patrick begann ein nationaler Bewusstseinsprozess, mit gemeinsamer Ethik und Struktur. Aus seiner Evangelisierung gingen viele heilige Männer und Frauen hervor, die Irland zur „Insel der Heiligen und Gelehrten“ machten. Patricks Vorbild inspirierte die heilige Brigida von Kildare, eine Frau von außergewöhnlicher Kraft, Frömmigkeit und Friedfertigkeit, deren Kreuz heute noch zum Alltag in Irland gehört. Patrick war auch das Vorbild für den heiligen Brendan den Reisenden, der vielleicht sogar nach Amerika gelangt ist, wenngleich seine Reise auch eine Metapher des christlichen Lebens ist. Das Kleeblatt ist eines der bekanntesten Logos in der Welt, aber seine Ursprünge wurzeln im Glauben, als Zeichen der göttlichen Dreifaltigkeit. Wir müssen mit der Zeit gehen, aber wir dürfen nicht vergessen, dass unsere Wurzeln im heiligen Patrick liegen.

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