Presse: Welche Zukunft für syrische Christen?

„Al-Ahram“ (Kairo), die älteste Tageszeitung der arabischen Welt, zeigt sich besorgt über die Lage der Christen in Syrien:

Syrien ist die Heimat vieler Religionen, die jahrhundertelang koexistiert haben. Bis Anfang der 70er Jahre spielte dies in der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Debatte keine Rolle. Nach der Unabhängigkeit hatte Syrien sich auf die Fahne geschrieben: „Die Religion ist für Gott; die Heimat ist für alle“. Christen wurden in die höchsten Regierungsämter gewählt, als Premierminister, Kabinettsmitglieder, Parlamentssprecher und Militärführer, in einem Land mit muslimischer Mehrheit. Grundlage der Nation ist also nicht die Religionszugehörigkeit, sondern die Staatsbürgerschaft, auch wenn das Regime in den letzten 40 Jahren alles getan hat, um die jahrhundertelange Eintracht zu zerstören. Heute sind viele Syrer besorgt um ihre christlichen Brüder und fragen sich, ob sie wieder nach Hause zurückkehren, wenn der Krieg zu Ende ist.

Todesstrafe trägt nicht zum Frieden bei

Die Dubliner Wochenzeitung „The Irish Catholic“ mahnt angesichts der Diskussion um die Todesstrafe für den mutmaßlichen Boston-Attentäter:

Wir haben ein Recht, vor gefährlichen Leuten geschützt zu werden; aber die Todesstrafe schützt uns nicht. Sie schadet uns. Sie erzeugt Gewalt und schürt Rachegelüste, nimmt uns die Menschlichkeit. Nicht Töten führt zum Frieden, sondern nur Vergebung. Katholiken müssen auf der Wahrheit beharren, dass alles menschliche Leben – von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod – heilig ist und geschützt werden muss.

Forum für die Armen

Die Tageszeitung „La Croix“ (Paris) schreibt anlässlich der nationalen Begegnung der diakonischen Werke in Lourdes:

„Diaconia 2013“ hat einen zweifachen Sinn: Einerseits hören auch mittellos oder prekär lebende Menschen das Evangelium und können etwas dazu sagen, ausgehend von ihren Erfahrungen, ihrer Sensibilität, ihrer Sicht von der Welt, von den anderen, von Gott. Andererseits ist die Kirche nicht die Kirche, wenn sie den Armen nicht den Platz einräumt, der ihnen zusteht, und sie nicht anhört. Indem die Kirche den Schwächsten Beachtung schenkt, kann sie dazu beitragen, dass auch die Zivilgesellschaft sie stärker berücksichtigt.

Rechte südafrikanischer Mütter stärken

Zum Muttertag ruft die katholische Wochenzeitung „The Southern Cross“ (Kapstadt) zum Nachdenken über die Lage der Mütter in Südafrika auf:

In Südafrika hat die Aids-Pandemie das Familiengefüge zerstört und viele Kinder zu Waisen gemacht. Diejenigen, die nicht ihrem Schicksal überlassen wurden, werden von Großeltern oder älteren Geschwistern aufgezogen oder von fürsorglichen Menschen, die ihnen ein Zuhause geben. Am Muttertag müssen wir außer an die traditionellen Mütter auch an alleinstehende Mütter denken und an jene, die sich um Kinder kümmern, die sie nicht zur Welt gebracht haben.

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