Presse: Triumph der säkularen Kultur

Der „Catholic Herald“ (London) zur Entscheidung maltesischer Bischöfe, Wiederverheiratete zur Kommunion zuzulassen:

„Das Recht des eigenen Willens“: Das ist der finale Triumph der säkularen Kultur. Das ist es, was die maltesischen Bischöfe heute propagieren; dorthin führen sie mit sanften Worten ihr Volk. Sicher dreht sich Erzbischof Gonzi (Er hatte Mitgliedern der maltesischen Labour-Partei seinerzeit das kirchliche Begräbnis verweigert, A.d.Ü.) – bitte verzeihen Sie das unumgängliche Klischee – gegenwärtig unter seinem wunderschönen Grabstein um.

Klug und faktisch urteilen

Die Wochenzeitung „Alfa y Omega“ (Madrid) schreibt zur gegenwärtigen Lage der Kirche in den Vereinigten Staaten:

In einer Demokratie wie den Vereinigten Staaten kann und muss die Kirche mit allen Gespräche führen und Brücken bauen, um das größtmögliche Wohl für die ganze Gesellschaft zu suchen. Der Schlüssel liegt darin, dies aus der eigenen Unabhängigkeit heraus zu tun, ohne der weltlichen Macht unannehmbare Tribute zu zahlen, die auf lange Sicht ihrem Anliegen schaden. Die kirchliche Hierarchie der Vereinigten Staaten weiß das sehr gut. Die Gefahr liegt in den Gemeinden, die nicht immun sind gegen die gegenwärtige starke gesellschaftliche Polarisierung des Landes. Dass Trump sich auf die Seite der Lebensschützer stellt, ist lobenswert, aber das macht andere Entscheidungen, die die Menschenwürde angreifen, nicht akzeptabler. Der Papst mahnt zu einer klugen und faktischen Beurteilung: ein weiser Rat angesichts der ideologischen Verseuchung der Umwelt.

Rigoros auf Wahrheit schauen

Die Pariser Tageszeitung „La Croix“ mahnt eindringlich zur Überprüfung von Nachrichten aus dem Internet:

Die Verbreitung von Gerüchten und ungeprüften Informationen vor allem aus den sozialen Netzwerken muss besser bekämpft und ihr Gebrauch angeprangert werden. Wie schädlich ihre Auswirkungen sein können, ist im US-Wahlkampf deutlich geworden. Die Medien müssen sich unbedingt dafür einsetzen, Fakten zu überprüfen. In unserer Zeit, die von Unsicherheit geprägt ist, ist eine rigorose Wahrung des Berufsethos unverzichtbar: Sie ist die Grundlage des Vertrags, den wir mit jenen geschlossen haben, die uns sehen, hören und lesen. Sich darüber hinwegzusetzen ist gefährlich.

Ungeborenes Kind ist kein Körperteil

Zur Abtreibungsdebatte leistet der „Avvenire“ (Mailand) einen rechtswissenschaftlichen Beitrag:

Ein Kind ist nicht vergleichbar mit einem Zahn, der gezogen und weggeworfen werden kann. In allen Rechtsordnungen der Welt werden Menschen, die – auch unfreiwillig – ohne Zustimmung der schwangeren Frau den Tod ihres ungeborenen Kindes verursachen, nicht nur für den Schaden bestraft, den die Mutter erlitten hat, sondern auch für den Tod des Kindes. Das ungeborene Kind steht als Wert an sich, nicht als Eigentum der Mutter, unter dem Schutz der Rechtsordnung, also des Staates. Daher kann einer Frau nicht das bedingungslose „Recht“ zugesprochen werden, ihr Kind zu töten.

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