Presse: Traum von einem besseren Kolumbien

„El Espectador“ (Bogota) ruft die Kolumbianer auf, die Botschaft von Papst Franziskus in die Praxis umzusetzen:

In einer Welt, die zur Zersplitterung neigt, und in einem Land, in dem die Spaltungen immer aggressiver werden, appelliert Franziskus an unsere Fähigkeit, bessere Menschen zu sein, den Traum von einem Kolumbien zurückzugewinnen, wo, wie er in Villavicencio sagte, „der Hass nicht das letzte Wort hat“. Das überzeugende Argument für Humanismus liegt offen auf dem Tisch. Es hängt von uns Kolumbianern ab zu entscheiden, ob wir bereit sind, unsere Mentalität zu ändern.

Demokratie fordert keine Menschenopfer

Die Pariser Tageszeitung „La Croix“ schreibt angesichts der schweren Verfolgung der Rohingya in Myanmar:

Wie kann man Druck ausüben, um den Rohingya zu Hilfe zu kommen? Die Aufgabe der internationalen Gemeinschaft gestaltet sich schwierig in Myanmar. Das Land hat einen sehr schwierigen Prozess durchgemacht, um aus einer Militärdiktatur herauszukommen. Es befindet sich in einer Transitionsphase, in der die militärische Macht an der Seite einer Zivilregierung steht, die von Aung San Suu Kyi geleitet wird. Diese große Symbolfigur des Widerstands gegen die Tyrannei zeigt sich äußerst zurückhaltend in Bezug auf die Rohingya. Es könnte sein, dass dies notwendig ist, um den demokratischen Entwicklungsprozess nicht zu gefährden. Man darf jedoch daran zweifeln, dass eine solide Demokratie auf einem solchen Opfer aufgebaut werden kann.

Demographischer Verfall

Der „Scottish Catholic Observer“ (Edinburgh) mahnt zu einer positiveren Haltung gegenüber Kindern:

Schottland hat die niedrigste Geburtenrate im Vereinigten Königreich – ohne Immigration würde unsere Bevölkerungszahl drastisch zurückgehen. Wir brauchen eine Gesellschaft, die Eltern unterstützt und Menschen ermutigt, Kinder zu bekommen: eine Gesellschaft, für die Kinder etwas sind, das gefeiert und nicht toleriert werden muss. Jahrzehnte des zügellosen Kapitalismus und des selbstsüchtigen Liberalismus haben uns ein Land zurückgelassen, das in Richtung eines demographischen Verfalls geht. Wenn wir das ändern wollen, dann müssen wir bei der Aufwertung von Kindern beginnen.

Westfälischer Friede wirkt bis heute nach

Der Mailänder „Avvenire“ kommentiert das Weltfriedenstreffen in Münster:

Münster und Osnabrück haben uns viel zu sagen: Was der Westfälische Friede über Jahrhunderte hinweg bewirkt hat – das Entstehen der modernen Staaten auf der Grundlage der Souveränität und der Nichteinmischung –, ist eine Geschichte, die noch immer im Gange ist und deren Auswirkungen weit über Zentraleuropa, wo die letzten Feuer des Dreißigjährigen Krieges verlöscht sind, hinausgehen. Das heutige Szenarium ist eine Globalisierung, die auf Kommerz ausgerichtet ist und die Themen von solcher Tragweite wenig Aufmerksamkeit widmet. Dies führt zu neuen Raubzügen, nicht nur mit Waffengewalt, sondern auch in Form der Missachtung von Menschenrechten.

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