Presse: Syrien keine westlichen Ideale aufzwingen

Die katholische Wochenzeitung „The Tablet“ (London) warnt vor einem militärischen Eingreifen des Westens in Syrien:

Wenn das Internationale Rote Kreuz eine vorübergehende Waffenruhe in Homs aushandeln kann, um einen humanitären Korridor durch die Kampfgebiete einzurichten, dann sollten wir das unterstützen. Das Horrorszenarium des Bürgerkriegs in Syrien verstehen die Araber jedoch besser als wir. Der westliche Liberalismus ist Lichtjahre davon entfernt, eine Lösung anzubieten, die in der Region angenommen würde.

Glaubenskompromiss oder Ruin

Die „New York Times“ erläutert die Auswirkungen der geplanten US-Gesundheitsreform auf katholische Unternehmen:

Die Auswirkungen werden vor allem No-Profit-Organisationen wie EWTN betreffen, aber auch kleinere Unternehmen, die von gläubigen Männern und Frauen geführt werden. Einige Wohlfahrtsverbände können durch Spenden oder starke Fonds sicher den Stürmen trotzen, aber kleinere Unternehmen können es nicht. Mutter Angelica hat EWTN nicht geschaffen, um den Katholiken eine schwache Stimme zu verleihen. Unsere Sponsoren geben Gelder, damit wir die katholische Lehre verbreiten, und nicht, damit wir sie untergraben. Durch dieses Gesetz wird es uns unmöglich gemacht, unserer Sendung nachzugehen. Wir stehen vor der Wahl, entweder Zugeständnisse an unseren Glauben zu machen oder von Bußgeldern erdrückt zu werden. Das ist unfair und verfassungswidrig.

Keine Angst vor China

„Mirada Global“, das Internetportal der lateinamerikanischen Jesuiten, weist die Angst des Westens vor einem Aufstieg Chinas zurück:

Die Vormachtstellung des Westens ist nicht so sehr durch den Aufstieg von China oder anderer Mächte bedroht, sondern durch das Versagen eines liberalen Systems, das auf einem Finanzkapitalismus gründet, dessen größter Fehler es war, den Wert des Menschen zu missachten. Die Bewegung der „Indignados“ gegen die verheerenden Auswirkungen dieses Wirtschaftsmodells zeigt, dass die Bürger sich der Grenzen einer liberalen Regierung bewusst sind. Der Wunsch im Westen nach einer gerechteren Entwicklung entspricht vielleicht dem chinesischen Streben nach einer harmonischen Gesellschaft.

Athen wie Versailles

Die Tessiner katholische Wochenzeitung

„Il Giornale del Popolo“ fordert einen Schuldenerlass für Griechenland:

Athen macht schwere Zeiten durch. Allein im letzten Jahr sind 20000 Griechen obdachlos geworden, nachdem sie Arbeit und Unterstützung verloren haben: Hoffen wir, dass ihre Hoffnung nicht ausgelöscht wurde. Wer noch ein Stück Land oder Verwandte hat, kehrt auf die Inseln zurück, während im Zentrum der Stadt die entfesselte Gewalt sich gegen den Besitz und die Symbole einer Finanzwelt richtet, die blind zu sein scheint. Vielleicht sollte man die Schulden, die auf den Bürgern lasten, streichen und sie als illegal oder tyrannisch betrachten, wie im Irak oder im subsaharischen Afrika oder in Frankreich und Polen im Vertrag von Versailles im Jahre 1919. Wenn Athen weint, darf die Troika nicht lachen.

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