Presse: Russland gefährdet den Frieden in Europa

Die Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ mahnt vor der Gefährdung des Friedens in Europa durch das Verhalten Russlands:

Durch die Annexion der Krim hat Russland die Regel gebrochen, auf der der Frieden in Europa beruht: keine territorialen Veränderungen ohne gemeinsamen Konsens. Wer sagt, dass die Krim russisch ist und Russland sie sich zu Recht zurückgeholt hat, verfehlt den Punkt. Durch die Weltkriege haben viele europäische Staaten Gebiete verloren. Es gibt Frieden in Europa, weil jene, die Gebiete verloren haben, sie sich nicht mit Gewalt zurückholen.

Mexikanische Politik verliert an Würde

In Mexiko ruft die katholische Zeitung „Desde la fe“ angesichts des Massakers im Bundesstaat Guerrero zum Umdenken auf:

Alle Parteien müssen ihre Gier und ihre unmoralischen Ambitionen ablegen und ihre Regierungspraxis grundlegend revidieren. Sie brauchen Vertrauenslisten, um Kandidaten zu wählen, die von ihrer Berufung als Staatsdiener überzeugt sind. Es bedarf einer Kampagne innerhalb der Parteien zur Rückgewinnung ethischer Grundsätze und moralischer Verpflichtungen. Die Politik muss wieder Würde bekommen. Was im Bundesstaat Guerrero geschehen ist, hat alle entlarvt und das System auf die Probe gestellt: Die Gesellschaft muss den Weg der Legalität und der Aufrichtigkeit gehen. Wenn wir das nicht bald tun, wird es zu spät sein.

Kein gesichtsloser Bürokrat

Zum neuen „Außenminister“ des Heiligen Stuhls schreibt die Londoner Zeitung „The Catholic Herald“:

Viele von Erzbischof Gallaghers Vorgängern auf seinem neuen Posten wurden zu Kardinälen ernannt. Aller Voraussicht nach auch er – auch wenn dies unter Papst Franziskus kein automatischer Schritt mehr sein wird. Sicher ist, dass Paul Gallagher kein gesichtsloser Bürokrat sein wird. Er wird wohl das bleiben, was er immer war: ein englischer Priester aus Liverpool, dessen Aufstieg in die zentrale Kirchenleitung ein Zeugnis für den Glauben der einfachen, bodenständigen Katholiken ist, die ihn zu dem gemacht haben, der er ist.

Blumenhemd- und Schlaghosen-Theologie

Die „National Review“ (New York City) kommentiert die Synode über die Familie und ihre Nachwirkungen:

Was bedeutet diese scheinbar rein innerkirchliche Auseinandersetzung für den Rest der Welt? Zunächst zeigt sie, dass die einzige große globale Institution, die die „traditionelle Auffassung“ von Familie und Gesellschaft vertritt, gespalten ist – und diese Spaltung ist schlecht für jene, denen die Zukunft von Familie und Gesellschaft am Herzen liegt. Positiver betrachtet: Dies könnte das letzte Aufbegehren einer 60er-Jahre-Mentalität sein, die im Niedergang begriffen ist. Solange es keine Männer sind, die aus Ehrgeiz ihr Mäntelchen nach dem Wind hängen, haben die Priester und Bischöfe, die von Johannes Paul II. und Benedikt geweiht wurden, nichts gemeinsam mit der Blumenhemd- und Schlaghosen-Theologie, die – wenigstens vorübergehend – in Rom wiederbelebt wurde.

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