Presse: Referendum gescheitert

Das ökumenische Internetportal „Theos“ (London) kommentiert den „Brexit“:

Das ist das große Problem der kommenden Jahre: Wie soll die Regierung – und ihre Nachfolger – das Land als Ganzes wiederherstellen und versöhnen? Vor allem eins scheint sicher zu sein: Dieses Referendum ist gescheitert. Statt Probleme zu lösen, hat es die Spaltungen vertieft, und durch den vergifteten Ton der ganzen Debatte wird es noch schwerer, den Schaden zu beheben. Es war auf beiden Seiten eine hässliche Kampagne, und jetzt beginnt der wirklich schwierige Teil – nicht in Bezug auf Europa, sondern in Bezug auf die Zukunft eines Vereinigten Königreichs, das so instabil und in sich gespalten ist wie schon lange nicht mehr.

Treibsand des Schweigens

Die Tageszeitung „La Stampa“ (Turin) ruft dazu auf, den Kinderschutz nicht zu vernachlässigen:

Es ist erschütternd und schmerzlich zu sehen, wie viel vom Treibsand des Schweigens, der Gleichgültigkeit und der Angst bedeckt ist. Die Kindheit war schon immer das schwächste Glied der sozialen Kette. Die Literatur des 19. Jahrhunderts hat uns die schrecklichen Lebensumstände damaliger Kinder vor Augen geführt, die misshandelt und versklavt waren. Seitdem hat sich nicht viel geändert: Auch heute noch sehen wir Kinder, deren Gesicht vom Staub der der Minen geschwärzt ist, oder die gedrillt werden, um blutige Kriege in der südlichen Hemisphäre zu führen. Die 1924 von den Vereinten Nationen verabschiedete „Children's Charter“ ist nahezu eine Absichtserklärung geblieben, von Spinnweben überzogen. Auch heute sind vergewaltigte, gequälte und in Massen getötete Kinder eine schreckliche Wunde, die in unserem Gewissen noch nicht verheilt ist.

Molotowcocktail Gleichgültigkeit

Nach dem Waffenstillstandsabkommen in Kolumbien mahnt „El Heraldo“, die indigene Bevölkerung besser zu schützen:

Das Drama der Wayuu muss Priorität bekommen beim Aufbau des Friedens in unserem Land nach dem Krieg mit der FARC-Guerilla. Die Menschen in La Guajira haben ein besseres Schicksal verdient. Der Friede wird nicht stabil sein, solange es weiterhin unschuldige Opfer gibt, um die niemand sich kümmert. Opfer nicht nur von Waffengewalt, sondern von Korruption und Vernachlässigung: ein gefährlicher „Molotowcocktail“, der durch die Flamme der Gleichgültigkeit entzündet wird.

Volle Kommunion keine Fiktion

In den Vereinigten Staaten schreibt „The Catholic Thing“ zur Armenien-Reise von Papst Franziskus:

Lasst uns beten, dass Franziskus' Reise nach Armenien vor allem dazu dient, die volle Einheit mit der Armenischen Apostolischen Kirche näherzubringen. Im Vergleich zu den orthodoxen Kirchen ist die volle Kommunion mit den Armeniern einfacher und wäre keine theologische Fiktion. Die gemeinsame Erklärung von Johannes Paul II. und Karekin I. im Jahr 1996 zeigt, dass durch entschlossene und mutige Kirchenoberhäupter jahrhundertelange theologische Spaltungen überwunden werden können.

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