Presse: Muslime nicht stigmatisieren

Nach den Schüssen im Thalys-Zug mahnt die Tageszeitung „La Croix“ zu Achtsamkeit:

Sicher wäre es nützlich, der Bevölkerung Ratschläge zu geben, wie man Gefahren erkennt – aber unter der Bedingung, dass diese Ratschläge mit einem Aufruf zur Mäßigung verbunden werden. Wir dürfen kein perverses Räderwerk in Gang setzen, in dem gesellschaftliche Gruppen unter Generalverdacht stigmatisiert werden, vor allem Menschen arabischer Herkunft oder Muslime. Das wäre ungerecht und kontraproduktiv.

Gastfreundschaft Basis der Zivilisation

Der Mailänder „Avvenire“ erinnert anlässlich der Flüchtlingsströme an die Heiligkeit der Gastfreundschaft:

Der Trojanische Krieg entstand aus einem Vergehen gegen die Gastfreundschaft. Auch für die römische Zivilisation war die Gastfreundschaft heilig und juristisch geregelt. In der Bibel ist immer wieder die Rede vom absoluten Wert der Gastfreundschaft und der Aufnahme Fremder [...]. Das Christentum hat die Tradition der Gastfreundschaft aufgegriffen, im Rahmen des Gebots der Nächstenliebe und als Ausdruck der besonderen Liebe Jesu zu den Armen. In den antiken Kulturen, in denen das „Talionsprinzip“ herrschte, wo fast keines der Menschenrechte, die der Westen in den letzten Jahrhunderten verkündet hat, anerkannt war, galt die Gastfreundschaft als Grundstein der Zivilisation.

Modeerscheinungen sind kein Gewinn

Das US-amerikanische „National Catholic Register“ ruft zum Festhalten an christlichen Kernprinzipen auf:

Neuerungen wie die Homo-„Ehe“ oder Geschlechtsumwandlungen sind in Wirklichkeit keine neuen Errungenschaften im Bereich der Sexualität oder des menschlichen Lebens. Es sind Modeerscheinungen, die einen neuen gesellschaftlichen Konsens widerspiegeln, der sich am ehesten durch das Fortschreiten der Säkularisierung und eine pseudochristliche Spiritualität erklären lässt. Das Christentum hat bis heute überlebt, weil es seine Kernprinzipien aufrechterhalten hat – besonders dann, wenn die Welt meint, diese Prinzipien seien grausam, verrückt oder beides. Gegenwärtig haben progressive Reformer Rückenwind, aber meist dreht sich der Wind auch wieder.

Nicht Freiheit, sondern Willkür

Im Tessin protestierte „Il Giornale del Popolo“ erfolgreich gegen Ausschluss eines Films über Christenverfolgungen im Irak:

Wenn das Filmfestival wirklich ein internationales Forum zur freien Diskussion über die Realitäten unserer Welt sein will, dann darf das Thema der Christenverfolgungen im Irak und andernorts nicht umgangen oder sogar zensiert werden [...]. Dass die Verantwortlichen in Locarno im Namen der künstlerischen Freiheit das Recht beanspruchen, Filme vorzuführen, die einen Teil des Publikums irritieren, ist verständlich. Wenn sie jedoch eine von Seiten interessierter Zuschauer erbetene Vorführung ablehnen, geht es nicht mehr um Freiheit, sondern um Willkür!

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