Presse: Kuba von ideologischen Dogmen befreien

Palabra Nueva, das Organ der kubanischen Bischöfe, schreibt angesichts des politischen Wandels auf Kuba:

Der laizistische Staat, wenn wir einen solchen wirklich wollen, muss von ideologischen Dogmen befreit werden, die in der Praxis zu einer Art Religion des Staates werden, die letztendlich jene bevorzugt, die dieser Konfession angehören, und den anderen misstrauen.

Personenkult auf dem Olymp der Macht

In Caracas übt „El Universal“ harte Kritik am diktatorischen Vorgehen des Staatschefs Nicolás Maduro:

Zeit der Menschen aus Fleisch und Blut, einige von Neid und Egoismus erfüllt: eine politische Führungsschicht, vom Hafer des maßlosen Machthungers gestochen. Auf dem Olymp der Macht gilt: Gott hat sie erschaffen, und die Menschen rotten sich zusammen. Man folgt ihnen aufgrund ihrer gleichsam übernatürlichen, göttlichen Macht. Sie allein zählen – und nicht jene, die sie vertreten. Politik um der Politik willen. Personenkult. […] Sie abstrahieren von ihren Funktionen: nach ihnen die Sintflut. Funktionen, Verantwortung, ethisches Verhalten, sogar die Auswirkungen ihres Handelns werden der Person untergeordnet.

Sakramentale Macht nicht Maß aller Dinge

„France Catholique“ kommentiert die geDebatte über den Frauendiakonat:

Der Frauendiakonat in der Frühzeit der Kirche war ein kirchlicher Dienst, der nicht der ersten Weihestufe des Priestertums entsprach, wie es vom Zweiten Vatikanum bestätigt wurde. Darum nehmen die Frauen in der Kirche jedoch keinen niederen Rang ein. Im Gegenteil: Das marianische Charisma hat der weiblichen Berufung stets eine unvergleichliche kirchliche Dimension verliehen. In der Kirche ist sakramentale Macht nicht das Maß aller Dinge. Die Heilsökonomie bevorzugt die karitative, erzieherische und geistliche Sendung, und hier kam den Frauen schon immer hohe Autorität zu. Die Universalkirche wird inspiriert von drei Mystikerinnen: Therese von Lisieux, Elisabeth von der Dreifaltigkeit und Edith Stein. Die Frauen stehen nicht vor den Türen des Heiligtums, sondern sind im Herzen der Kirche gegenwärtig.

Die Nation nicht zum Götzen machen

Der Londoner „Catholic Herald“ warnt vor unchristlichen Zügen der Brexit-Kampagne:

Die Auffassung von der Nation, die von der Brexit-Kampagne vertreten wird, ist genau die, gegen die sich der heilige Augustinus wendet, vor allem in ihrem Absolutheitsanspruch und der fixen Idee, dem englischen Parlament angeblich verlorene Funktionen zurückzuerstatten. Die katholische Soziallehre bevorzugt zwar demokratische Strukturen, aber die Kirche betont, dass diese den Staaten nicht die Macht verleihen, auf moralischer Ebene das zu tun, was sie wollen. Denn so wird der Staat zum Götzen. Die Migration ist eine moralische Frage. Und die auf Angst gründende Anti-Migrations-Rhetorik der Brexit-Kampagne hat nicht das im Auge, was die Bischöfe als „Kultur der Annahme“ bezeichnen, sondern ist mit der katholischen Lehre unvereinbar.

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