Presse: Königin kollektiviert die Nation

„The Daily Telegraph“ (London) lobt die Queen anlässlich ihres Thronjubiläums:

Die Menschenmenge am Ufer der Themse weiß, dass der Wert der Königin nichts mit ihrer Politik oder ihrem Lebensstil zu tun hat oder damit, wie viele Häuser oder Rennpferde sie besitzt. Sie hat nicht nur die Geschichte des Landes in ihrer DNA. In ihr findet die Heimatliebe einen Brennpunkt. Sie kollektiviert die Nation. In einer Zeit der Selbstsucht und der Zersplitterung lehrt sie die Menschen, nicht nur an sich selbst, sondern an alle zu denken. Das hat sie 60 Jahre lang hervorragend getan; darum jubeln die Menschen ihr stundenlang zu.

Familien brauchen die Kirche

Die Mailänder katholische Tageszeitung „Avvenire“ kommentiert das Welttreffen der Familien:

Wie sollen Kinder ohne Vertrauen auf Gott und die Menschen erzogen werden? Wie kann man einer Gesellschaft gegenübertreten, in der die Menschen sich im Nebel des Relativismus verlieren, die Werte manipuliert, Worte und Begriffe verdreht? Wer steht uns bei außer der Stimme der Kirche, des Petrus? Wer schenkt uns Worte, die nicht hohl sind, feste Grundsätze, reine Vorbilder? Wer gibt unseren Kindern sowie den Priestern, Ordensfrauen, Lehrern, Katecheten, die sich für sie einsetzen, Licht und Hoffnung? Wo können Menschen eine so reiche, trostvolle, wahre Begegnung wie den Welttag der Familien ins Leben rufen? Ohne die Kirche, die an diesem Samstag im Juni erstrahlt ist, wären wir einsam. Und an unserem Papst, der uns aus einem lichtdurchfluteten Stadion unter Freudenchöre her grüßt, halten wir fest. Weh dem, der ihn uns nehmen will!

Trauer und Mut der Erdbebenopfer

„La Gazzetta di Modena“ schreibt zum verheerenden Erdbeben in der Region:

Wenn in Zukunft von der Ebene von Parma die Rede sein wird, dann werden wir immer die Trümmer vor Augen haben, die zerborstenen Türme, die Ruinen der Häuser, die Arbeiter, die es aus der Fremde hierher verschlagen hat und die bei Medolla ihr Leben verloren haben – aber auch die rührende Geduld der Obdachlosen, die vielen alten Menschen in den Zelten und den Stolz und pragmatischen Mut derer, die vor den Fernsehkameras sagen: Helft uns, neu zu beginnen, und wir werden wieder neu beginnen!

Deutschland zum Vorbild nehmen

Die katholische Zeitung „The Southern Cross“ (Kapstadt) kritisiert den Umgang mit der Vergangenheit von Südafrika:

In Südafrika geht es nicht um endlose Entschuldigungen, sondern um die Entwicklung eines kollektiven Bewusstseins, das die Vergangenheit bedingungslos bereut. Wir können aus der Erfahrung der Westdeutschen lernen, die die Verantwortung ihrer Nation für den Holocaust bewältigen mussten. Die „Vergangenheitsbewältigung“ der Deutschen betraf nicht nur jene, die am Holocaust beteiligt waren, sondern auch die Nachgeborenen. Die Deutschen haben ein kollektives Bewusstsein dafür entwickelt, dass sie als Nation den Juden gegenüber eine moralische Schuld besitzen.

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