Presse: Kanzlerin mit klarer Strategie

Zum Euro-Krisengipfel schreibt die Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“:

Der Gipfel hat deutlich gemacht, dass die Kanzlerin nicht das Scheitern der Währungsunion will. Sie verfolgt als einziges europäisches Regierungsoberhaupt eine klare Strategie, die funktionieren könnte. Kein Sprung ins Ungewisse, keine unrealisierbaren Vorschläge wie Eurobonds, sondern eine allmähliche Übergabe der Oberhoheit an Europa, die konkrete Transition zur politischen Einheit.

Theologische Kernschmelze

In den USA kommentiert „Fr. Z's Blog“ die Ernennung von Erzbischof Müller zum Präfekten der Glaubenskongregation:

Papst Benedikt kennt die Arbeit der Glaubenskongregation wie kein anderer, denn er hat fast ein Vierteljahrhundert lang den Laden geschmissen. Er würde wohl niemanden ernennen, der nicht mit ihm übereinstimmt. Ratzinger hat das Amt des Präfekten der Glaubenskongregation in gewisser Weise revolutioniert. Als aktiver Theologe hat er mehr getan als nur dafür zu sorgen, dass die Züge pünktlich fahren. Präfekten machen nicht die ganze Arbeit selbst. Es könnte hilfreicher sein, die ganze Verwaltung einer Kongregation zu betrachten. Die deutschsprachige Kirche (auch Österreich) steckt jedoch in einer theologischen und disziplinären Kernschmelze. Ein deutschsprachiger Präfekt ist von Vorteil. Wenn englischsprachige Bischöfe Kardinal Levada nicht über den Tisch ziehen konnten, wenn es um den Missbrauch ging, so werden deutschsprachige Bischöfe Müller nicht hinters Licht führen können.

Machtlos vor den Rebellen in Mali

Die katholische Tageszeitung „La Croix“ (Paris) steht den Zerstörungen in Timbuktu fassungslos gegenüber:

Die ganze Welt erscheint machtlos angesichts dieser Offensive. Die malischen Autoritäten sind in Auseinandersetzungen in Bamako verwickelt. Algerien will nach einer politischen Lösung suchen. In Libyen herrscht Chaos. Mauretanien und Niger, entschiedene Gegner der Dschihadisten, haben nicht die Mittel, weit entfernt von ihrer Basis zu operieren. Die Elfenbeinküste und Nigeria, Schwerpunkte der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft, erkennen die von den Rebellen besetzten Wüstengebiete nicht an. Frankreich und die USA verfügen über die nötigen Mittel, wollen aber nicht als Erste eingreifen. Wahrscheinlich werden die Islamisten sich einkapseln und der Norden Malis zum Umschlagplatz der Rebellen werden.

Kinder brauchen Fürsorge statt Rechte

Die Wochenzeitung „The Irish Catholic“ (Dublin) mahnt zu mehr Verantwortungsbewusstsein gegenüber Jugendlichen:

Jugendliche Straftäter sind manchmal in über 20 verschiedenen Heimen aufgewachsen. In jeder Gesellschaft können Jugendliche auf die schiefe Bahn geraten. Drogen, einfacher Zugang zu Alkohol und mangelnde Beaufsichtigung durch Erwachsene sind sicher keine Hilfe. Zu verstehen, dass wir die Pflicht haben, für Kinder und Jugendliche Sorge zu tragen, ist wichtiger als noch mehr Kampagnen für ihre „Rechte“.

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