Presse: Gewissensprüfung zur Integrationsfrage

In Madrid kommentiert die katholische Wochenzeitung „Alfa y Omega“ den Papstbesuch in Deutschland:

Der Papst sprach in Berlin ein entscheidendes Thema an: die Grundlagen des Zusammenlebens in einer pluralistischen Gesellschaft. Dieses Thema geht über die Debatten um Multikulturalismus und Integration, der in der Bundeshauptstadt seit einigen Jahren sehr präsent sind, hinaus. Auf dieser Reise machte die heftige Reaktion einiger laizistischer Kreise auch die Notwendigkeit einer Gewissensprüfung in diesen Bereichen deutlich. Paradoxerweise appellieren gerade sie ständig an die Toleranz.

Italien: Zu viele ungelöste Mordfälle

Die Turiner Tageszeitung „La Stampa“ mahnt angesichts der Aufhebung des Urteils im Mordprozess von Perugia zur kritischen Revision der italienischen Justiz:

Das Augenmerk richtet sich beinahe zwingend auf die Fähigkeiten unserer Justiz und die Kompetenz unserer Justizbehörden, denn in vielen Mordfällen hat die Justiz allzu oft keine überzeugenden oder auch nur annähernd überzeugende Antworten gefunden. Darüber müssen wir uns Gedanken machen. In diesem Zusammenhang bedeutet der Prozess von Perugia mehr als nur einen Anhaltspunkt. In Wirklichkeit haben andere, ebenso spektakuläre Prozesse schon oft Anhaltspunkte dafür geliefert.

Präludium für Weltregierung

Das Internetportal „Asia News“ warnt vor den Folgen einer Zentralisierung der Weltwirtschaft:

Wenn es eine einheitliche Währung gibt, dann wird als nächster Schritt eine Weltzentralbank errichtet und dann eine Weltregierung. Die Folgen sind absehbar. Wenn man von der großen Gefahr eines katastrophalen Weltkriegs aufgrund unterschiedlicher Interessen einmal absieht, so gefällt uns ein solches Projekt überhaupt nicht. Am empörendsten ist jedoch die Unlauterkeit und Heuchelei, mit der es verfolgt wird. Am meisten Sorge bereitet die Gefahr für die Freiheit von Milliarden von Menschen. Es würde nämlich zur Errichtung des Über-Staates führen, eine Art „Sowjetunion“, in die die ganze Welt integriert ist: das Präludium für eine „gefährliche monokratische Macht universaler Art“, wie der Papst in seiner Enzyklika Caritas in veritate schrieb.

Kuba: Ritus oder Erlösungshoffnung?

Das von Jesuiten geleitete lateinamerikanische Portal „Mirada Global“ schreibt zum Fest der Schutzpatronin von Kuba:

Der Überschwang, den das Volk bei der Prozession des Bildnisses der Jungfrau von Cobre an den Tag legt, ist Zeichen für seine Ernüchterung, für ein verbittertes Hadern mit dem Schicksal. Ein Volk, das des Wartens müde ist, sucht nach seiner Erlösung. Man fragt sich, ob das Volk beim Vorbeiziehen der Jungfrau die Kraft Gottes spürt, die es ermutigt und ihm Hoffnung schenkt, oder ob es einen Ritus vollzieht, um sich dann wieder hinzusetzen und zu warten. Möglicherweise ist es eine Mischung aus Beidem. Die Prozession zieht die Massen an, sie ist emotional und feierlich geprägt. Das könnte darauf hinweisen, dass sie nicht nur rein rituellen Charakter besitzt.

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