Presse: Ethik ist keine Lösung

Der Mailänder „Corriere della Sera“ drängt darauf, einen gangbaren Weg in der Flüchtlingskrise zu finden:

Italien sind, ebenso wie Griechenland, die Hände gebunden: Ihre Küsten sind vom Mittelmeer umspült. Auf der anderen Seite liegt Afrika mit seinen Tragödien, Kriegen, Diktaturen, Dürreperioden und seinem Elend. Auch Syrer und Afghanen versuchen es statt über die Balkanroute über Libyen – oder über Ägypten, wie der Untergang eines Flüchtlingsbootes kürzlich gezeigt hat. Die Geographie stellt uns vor ein Dilemma: entweder den Migranten zu helfen oder sie dem sicheren Tod zu überlassen. Es ist keine Frage, welche Entscheidung ein zivilisiertes Land treffen muss, und wir können stolz sein, dass Italien es ohne zu zögern getan hat. Aber Ethik löst die Probleme nicht.

Ablass und Solidarität

In Dublin verweist der „Irish Catholic“ auf den tieferen Sinn des Jubiläums der Barmherzigkeit:

Papst Franziskus verbindet den Ablass mit der Einheit und Solidarität im Leib Christi. Wie bei allen lebenden Organismen gibt es im Leib Christi ein Immunsystem. Das Gute oder das Böse, das ein Mensch tut, wirkt sich auf den ganzen Leib aus. Daher kann die Stärke einiger Menschen andere in ihrer Schwäche stützen, und diese bekommen einen Ablass, eine unverdiente Gnade. Eine Heilige Pforte durchschreiten bedeutet, uns die Gnade Gottes und uns unsere Lebensgemeinschaft stärker zu Bewusstsein zu führen.

Erderwärmung trifft arme Länder

„France Catholique“ (Paris) unterstützt Papst Franziskus' dringenden Appell für den Klimaschutz:

Bis zum Ende des Jahrhunderts ist eine Klimaerwärmung um vier Grad zu erwarten. Hitze, Dürre, Nahrungsunsicherheit, Wassermangel, Überschwemmungen und Artenschwund würden zunehmen, der Meeresspiegel bis zu einem Meter steigen und viele Küstenbewohner bedrohen. Die internationale Gemeinschaft hat es sich zum Ziel gesetzt, die Erderwärmung auf zwei Grad zu reduzieren. Sie betrifft vor allem die ärmsten Länder, die am wenigsten dazu beigetragen und am wenigsten Mittel haben, sich daran anzupassen.

Kirche ist keine Non-Profit-Organisation

Die US-Wochenzeitung „National Catholic Register“ betont die Bedeutung der katholischen Soziallehre für die Arbeit der Kirche:

Die Kirche ist mehr als eine Non-Profit-Organisation. Unsere Arbeit ist nicht aus dem Wunsch nach wirtschaftlichem Wachstum entstanden, sondern um Christus in der Welt zu bezeugen. Papst Benedikt XVI. schrieb: „Das Programm des Christen — das Programm des barmherzigen Samariters, das Programm Jesu — ist das ,sehende Herz‘. Dieses Herz sieht, wo Liebe not tut und handelt danach.“ Danach handeln bedeutet, dass die Glieder der Kirche die katholische Soziallehre in ganzer Fülle annehmen: die Würde des Menschen von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod, die Solidarität mit den Kranken und Schwachen und die Subsidiarität, die die Dienste auf lokaler Ebene hält, wo direktes zwischenmenschliches Handeln möglich ist und persönliches Wachstum gefördert werden kann.

Themen & Autoren

Kirche

Schwules Paar
Rezension
Eine Wegweisung im LGBTIQ - Dschungel Premium Inhalt
Daniel Mattson legt in seinem autobiografischen Buch "Warum ich mich nicht als schwul bezeichne" tiefe Gedanken über Sexualität, persönliche Freiheit und die Lehre der Kirche vor.
19.09.2021, 17 Uhr
Barbara Stühlmeyer
Papst in der Slowakei
Bratislava
In das reale Leben eintauchen Premium Inhalt
Die Pastoral muss kreativ begleiten und motivieren. In der Slowakei will die Kirche dafür den richtigen Weg finden. Papst Franziskus ermutigte bei seinem Besuch dazu. Ein Gastkommentar.
18.09.2021, 19 Uhr
Thomas Schumann