Presse: An die Große Hungersnot zurückdenken

Der „Irish Catholic“ (Dublin) mahnt zur unverzüglichen Hilfe angesichts der Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer:

Wir müssen das Mitgefühl in uns finden, das die Große Hungersnot in die irische Psyche eingebrannt hat. Die irischen Politiker sollten als Erste auf ein humaneres Einwanderungssystem in Europa drängen. Wir dürfen uns nicht länger abwenden, so als wäre die Lösung der Krise allein Italiens und Maltas Problem. Die europäische Integration hat einen Kontinent hervorgebracht, der frei, wohlhabend und befriedet ist. Aber die „Festung Europa“ ist kein Ruhmesblatt für uns. Zukünftige Generationen werden auf die gegenwärtige Katastrophe zurückblicken und sich fragen, was das irische Volk damals getan hat. Die Antwort darf nicht lauten: gar nichts.

Keinen falschen Kampf aufzwingen lassen

Die Pariser Tageszeitung „La Croix“ schreibt zu drohenden Anschlägen auf christliche Kirchen in Frankreich:

Der Kampf, den die Islamisten uns aufzwingen wollen, ist nicht der Unsere. Unser Kampf ist die Verteidigung der unserer Gesellschaft zugrundeliegenden Werte wie Pluralismus und Laizität. Er führt über die Ablehnung der zunehmenden banalen Stigmatisierung der Muslime und ihrer Religion und über den anspruchsvollen Dialog mit dem Islam.

Werte des Widerstands vermitteln

Der „Corriere della Sera“ erinnert zum 70. Jahrestag der Befreiung Italiens an den katholischen Widerstand:

Junge Menschen wissen nichts mehr vom Widerstand. Sie haben nie von den Märtyrern von Fiesole gehört: drei Carabinieri, die sich an einem Sonntag im August 1944 töten ließen, um zehn Geiseln zu retten. Sie wissen nichts von Don Pietro Pappagallo, der in den Ardeatinischen Höhlen ermordet wurde, nachdem er seinen Gefährten auf dem Lastwagen auf dem Weg zur Hinrichtung die Beichte abgenommen hatte, oder von den Ordensfrauen, die „Gerechte unter den Völkern“ sind, weil sie Hunderte von Juden versteckt haben, von der Oberin von San Vittore, Sr. Enrichetta Alfieri, die verhaftet wurde, weil sie Gefangenen half. Oder von Gino Bartali, der im Fahrradrohr falsche Ausweise für die Verfolgten transportierte, von der katholischen Partisanin Paola Del Din, die sich mit dem Fallschirm ins feindliche Gebiet abwerfen ließ, vom Massaker auf Kefalonia, den Briefen der Lagerinsassen und den zum Tode Verurteilten. Der Kampf gegen die Krise und den sittlichen Verfall unseres Landes muss noch gewonnen werden. Die Widerständler sterben; jetzt ist es an uns, ihr moralisches Erbe an unsere Jugend weiterzugeben.

Religionsunterricht lehrt Grundwerte

In Madrid betont die Tageszeitung „El Mundo“ den fundamentalen Wert des Religionsunterrichts an staatlichen Schulen:

Die beiden großen Gaben Gottes sind Freiheit und Liebe – im Grunde ein und dieselbe Gabe. Wir sind Schuldner des Lichtes, das uns bis hierher geführt hat. Alle Empfindungen sind im Kalvarienberg vereint, und die Wissenschaft ohne Gott führt nach Auschwitz. Will man uns wirklich glauben machen, dass die Schule uns etwas Wichtigeres lehren kann?

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