„Neue und originelle Ideen entwickeln“

Deutschland pro Papa: Postkarten als sichtbares Zeichen für den Heiligen Vater – Ein Gespräch mit Sabine Beschmann. Von Regina Einig
Foto: Archiv | Vorsitzende von Deutschland pro Papa
Foto: Archiv | Vorsitzende von Deutschland pro Papa

 

Sabine Benedikta Beschmann, . Was hat Deutschland pro Papa auf den Gedanken gebracht, dem Papst die Solidarität der Gläubigen per Postkarte auszudrücken?

Unsere Initiative hat sich ja damals aufgrund der einseitigen Medienberichterstattung bezüglich der Missbrauchskrise geformt. Inzwischen sind wir ein gemeinnützig anerkannter Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, papsttreuen Katholiken eine Plattform zu bieten, sich untereinander zu vernetzen und Solidarität mit dem Heiligen Vater aus seinem Heimatland zu bekunden. Wir waren alle sehr betroffen über den Verrat des päpstlichen Kammerdieners. Während von überall auf der Welt Mitgefühl und Betroffenheit sichtbar wurden, haben einige deutsche Medien gern das Thema aufgegriffen und es sich zunutze gemacht, um wieder gegen den Papst und unsere Kirche Stimmung zu machen, oft auch unter dem Deckmäntelchen, der Papst sei zu alt und zu schwach, um „den Laden in den Griff zu bekommen“. Wir und viele andere Katholiken sehen aber, was dieser Papst für den Glauben alles bewirkt, welche wichtigen Impulse er setzt und sind ihm zutiefst dankbar dafür. Daher hatten wir das Bedürfnis, den Heiligen Vater nicht nur im Gebet zu unterstützen, sondern auch eine Möglichkeit zu finden, zusammen mit allen mit uns betenden romtreuen Katholiken ein auch für den Heiligen Vater sichtbares Zeichen zu setzen. So entstand die Idee mit der Postkartenaktion. Die Postkarten sind vorbereitet mit der Adresse des Papstes und einem schönen Bild – jeder kann selbst noch eine kleine Botschaft an den Heiligen Vater dazu schreiben, eine Briefmarke draufkleben und absenden. Es ist an sich eine kleine Geste des Herzens – und vielleicht hat genau das diese Aktion so erfolgreich gemacht: Niemand braucht sich ohnmächtig zu fühlen nach dem Motto „ich würde so gerne etwas für den Heiligen Vater tun, aber ich kann ja nicht!“ Jeder kann etwas tun – und kleine Gesten, das zeigt unsere Aktion, können sich zu einer großen Welle der Liebe ausweiten.

Welche Reaktionen bekommen Sie darauf?

Die Reaktionen waren und sind überwältigend. Nachdem kath.net die Sache veröffentlicht hatte, ging eine regelrechte Lawine los. Plötzlich sahen wir unsere Aktion bei KNA, dann war Reuters am Telefon und sorgte dafür, dass die Postkartenaktion in der ganzen Welt bekannt wurde. Uns erreichen inzwischen Anfragen von Diözesen aus Frankreich, Italien, Polen, Spanien, Portugal und sogar Russland, den USA und Brasilien, die ebenfalls dem Papst Postkarten senden möchten. Dies hat uns veranlasst, unsere Postkarten in verschiedene Sprachen zu übersetzen und zum Download auf unsere Website zu setzen.

Wie empfinden Sie und Ihre Mitstreiter die Berichterstattung über die Kirche in diesen Tagen?

Wir empfinden sie so wie immer. Das Thema „katholische Kirche/Papst“ wird gern hergenommen, um darauf herumzuhacken. Gewissen Medien ist der Aufhänger an sich egal, Hauptsache, es gibt einen Anlass, auf dem Papst herumzutrampeln. Dies geschieht entweder verbrämt und von Scheinheiligkeit getragen, oder aber ganz offensiv. Wir haben uns inzwischen daran gewöhnt und erwarten von bestimmten Medien nichts anderes mehr.

Kann sich Deutschland pro Papa auch vorstellen, Postkartenaktionen in der Heimat für die katholische Sache ins Leben zu rufen?

Deutschland pro Papa bemüht sich, auf verschiedene Situationen unterschiedlich zu reagieren. So hatten wir zum Beispiel einerseits die Solidaritätsdemonstrationen in einer Zeit, als der Papst massiv medial angefeindet wurde, andererseits – als Nachklapp des Papstbesuches in Deutschland – eine vielbeachtete Aktion für den katholischen Glauben in einem Kino im atheistischsten Teil Berlins. Jetzt die Postkartenaktion zur Unterstützung des Papstes in schwerer Zeit, die inzwischen weltweit Beachtung und Mitwirkung findet. Jede dieser Aktionen traf auf ihre Weise einen Nerv. Wir versuchen, immer wieder neue und originelle Ideen zu entwickeln und haben für dieses Jahr noch einiges für die katholische Sache geplant, zum Beispiel eine Auftaktveranstaltung zum Jahr des Glaubens im Kölner Domforum am 13. Oktober.

 
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