Neue Hoffnung im Atomstreit

Wien/New York (DT/dpa) Mit neuer Hoffnung auf Fortschritte haben gestern in Wien Gespräche der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA mit dem Iran begonnen. „Wir begrüßen die jüngsten Entwicklungen und die Aussage des Irans zu seiner Bereitschaft, die Nuklearfrage schnell zu lösen“, sagte IAEA-Chefinspekteur Herman Nackaerts vor Gesprächsbeginn in Wien. Man wolle darüber sprechen, wie man den Dialog intensivieren könne, um alle offenen Fragen zu klären. Man könne aber nicht erwarten, dass man in einem eintägigen Treffen alle Probleme lösen könnte, warnte der neue iranische IAEA-Botschafter Resa Nadschafi. Nach Jahren der Stagnation verhandelt nach den iranischen Parlamentswahlen nun erstmals ein neues Team in der iranischen Botschaft in Wien mit der IAEA. Anders als bei den Verhandlungen des Irans mit den großen Mächten sind die IAEA-Gespräche deutlich technischer: Die UN-Behörde fordert unter anderem mehr Zugang zu Anlagen, Experten und Dokumenten im Land. Nur so könne sie sicher ausschließen, dass das Atomprogramm, wie vom Iran behauptet, friedlichen Zwecken diene. Die bisherigen Gespräche sollen nicht darüber hinausgekommen sein, wie die Themen abgehandelt werden.

Die fünf Ständigen Mitglieder im UN-Sicherheitsrat und Deutschland hatten sich am Donnerstagabend (Ortszeit) in New York mit dem Iran darauf verständigt, die Gespräche über dessen umstrittenes Nuklearprogramm am 15. und 16. Oktober in Genf fortzusetzen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sprach von einem neuen „Fenster der Gelegenheiten“, das sich bei der UN-Vollversammlung geöffnet habe. Er fügte aber auch hinzu: „Worte sind nicht genug. Was zählt, sind Taten, sind sichtbare Ergebnisse. Der Teufel liegt im Detail.“ Der Iran steht im Verdacht, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms an der Atombombe zu arbeiten. Deshalb gelten harte Sanktionen, die dem Land schwer zu schaffen machen. Nach jahrelangem Streit trafen sich beide Seiten in New York erstmals auf Ebene der Außenminister. Für den amerikanischen Ressortchef John Kerry und seinen iranischen Kollegen Mohammed Dschawad Sarif war dies die erste Begegnung überhaupt. Beide gaben sich auch die Hand.

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